Azathioprin

Wirkstoff
Azathioprin
Handelsname
Azafalk®, Imurek, Jayempi
ATC-Code
L04AX01

Zulassung
Dosierungsempfehlungen

Präparate
Pharmakodynamik und -kinetik
Nierenfunktionsstörungen
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Azathioprin ist ein inaktives Prodrug des 6-Mercaptopurins (6-MP), das als ein Purin Antagonist wirkt und erst nach zellulärer Aufnahme und intrazellulärer Umwandlung zu Thioguanin-Nukleotiden (TGN) immunsuppressiv wirkt. TGN und andere Metaboliten (z. B. 6-Methylmercaptopurin-Ribonukleotide) hemmen die De-novo-Purinsynthese und Purin-Nukleotid-Umwandlungen. TGN werden ebenfalls in Nukleinsäuren eingebaut, was zur immunsuppressiven Wirkung des Arzneimittels beiträgt.
Weitere potenzielle Wirkmechanismen von Azathioprin sind:
– Hemmung mehrerer Stufen der Nukleinsäuresynthese und dadurch Hemmung der Proliferation und Aktivität immunkompetenter Zellen (B- und T-Lymphozyten).

Infolge dieser Mechanismen kann die therapeutische Wirkung von Azathioprin erst nach mehreren Wochen oder Monaten der Behandlung erkennbar sein.

Pharmakokinetik bei Kindern

Übergewichtige Kinder:
In einer US-amerikanischen klinischen Studie wurden 18 Kinder im Alter zwischen 3 und 14 Jahren gleichmäßig in zwei Gruppen aufgeteilt; ausschlaggebend war das Gewichts-/Größen-Verhältnis größer oder kleiner der 75. Perzentile. Jedes Kind befand sich in einer Erhaltungsbehandlung mit 6-MP, wobei die Körperoberfläche Grundlage der Dosisberechnung war. Die mittlere AUC (0-∞) von 6-MP in der Gruppe größer der 75. Perzentile war 2,4-mal kleiner als die der Gruppe kleiner der 75. Perzentile. Daher benötigen übergewichtige Kinder unter Umständen Azathioprin- Dosen im oberen Bereich des Dosisspektrums und eine engmaschige Überwachung des Ansprechens auf die Behandlung. [SmPC Jayempi]

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Autoimmunkrankheiten
    • oral
      • ≥1 Monat bis <18 Jahre: zugelassen
  • Prophylaxe der Transplantatabstoßung
    • oral
      • ≥1 Monat bis <18 Jahre: zugelassen
    • intravenös
      • ≥1 Monat bis <18 Jahre: zugelassen
  • Atopische Dermatitis
    • oral
      • ≥2 Jahre bis <18 Jahre: off-label

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Oral zur Immunsuppression als ein Zusatz zu Immunsuppressiva (außer Juvenile idiopathische Arthritis, Multiple Sklerose, systemischem Lupus erythematodes, Dermatomyositis und Polyarteriitis nodosa)

Kinder und Jugendliche

  • Myasthenia gravis: Die empfohlene Dosis zur Behandlung von Myasthenia gravis beträgt 2 mg/kg Körpergewicht/Tag bis 3 mg/kg Körpergewicht/Tag. Ein Behandlungserfolg stellt sich in der Regel frühestens 2 bis 6 Monate nach Beginn der Behandlung ein. Die Behandlung mit Azathioprin sollte mindestens 2 bis 3 Jahre lang fortgesetzt werden.
  • Chronisch-aktive Autoimmunhepatitis: Die Anfangsdosis beträgt in der Regel 1,0 mg/kg Körpergewicht/Tag bis 1,5 mg/kg Körpergewicht/Tag, und die Erhaltungsdosis beträgt bis zu 2 mg/kg Körpergewicht/Tag.
  • Weitere Autoimmunerkrankungen: Im Allgemeinen beträgt die Anfangsdosis 1 mg/kg Körpergewicht/Tag bis 3 mg/kg Körpergewicht/Tag und ist an das klinische Ansprechen (das u. U. erst nach Wochen oder Monaten erkennbar ist) und die hämatologische Verträglichkeit anzupassen.
    Wenn das therapeutische Ansprechen erkennbar ist, sollte in Erwägung gezogen werden, die Erhaltungsdosis auf die niedrigste Dosis zu reduzieren, bei der das erreichte Ansprechen erhalten bleibt. Wenn nach 3- bis 6-monatiger Behandlung keine Besserung der Erkrankung eintritt, sollte in Erwägung gezogen werden, das Arzneimittel abzusetzen.
    Die erforderliche Erhaltungsdosis kann je nach zu behandelnder klinischer Indikation und dem individuellen Ansprechen des Patienten sowie der hämatologischen Verträglichkeit zwischen weniger als 1 mg/kg Körpergewicht/Tag und 3 mg/kg Körpergewicht/Tag betragen.
    Bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen sollte jedoch eine Behandlungsdauer von mindestens 12 Monaten in Betracht gezogen werden, wobei ein Ansprechen auf die Behandlung möglicherweise erst nach drei bis vier Monaten zu erkennen ist.

[Ref.]

Oral und intravenös in Kombination mit anderen Immunsuppressiva zur Vorbeugung von Transplantat-Abstoßungsreaktionen bei Patienten nach allogener Transplantation von Niere, Leber, Herz, Lunge oder Pankreas.

Kinder und Jugendliche:
In Abhängigkeit vom immunsuppressiven Regime beträgt die Anfangsdosis in der Regel bis zu 5 mg/kg Körpergewicht/Tag, oral oder intravenös. Die Erhaltungsdosis liegt zwischen 1 mg/kg und 4 mg/kg Körpergewicht/Tag und muss den klinischen Erfordernissen und der hämatologischen Verträglichkeit angepasst werden. Die Behandlung mit Azathioprin, auch in niedrigen Dosierungen, muss unbegrenzt erfolgen, da es sonst zu einer Abstoßung des Transplantats kommen kann.

[Ref.]

weitere zugelassene Indikationen bei Erwachsenen:
- juvenile chronische Arthritis
- systemischer Lupus erythematodes
- Dermatomyositis
- Polyarteriitis
- Multiple Sklerose

[Ref.]

Präparate im Handel

Filmtabletten 25 mg, 50 mg, 75 mg, 100 mg
Suspension 10 mg/mL
Pulver zur Herstellung einer Infusions- oder Injektionslösung 50 mg 

Präparate im Handel (ausgewählte Beispiele):

Präparat Darreichungsform Stärke (Azathioprin) Applikationsweg Natriumgehalt Problematische Hilfsstoffe Aroma Anwendungshinweis Altersangabe
Jayempi 10 mg/ml  Suspension zum Einnehmen 10 mg/ml oral "natriumfrei" Benzoesäure
Sucralose
Banane Durch Schütteln redispergieren.
Mindestens 1 Stunde vor oder frühestens 2 Stunden nach einer Mahlzeit oder dem Verzehr von Milch einzunehmen.
Kinder und Jugendliche
Azafalk® 50mg/75mg/100mg Filmtabletten Filmtabletten 50 mgT0
75 mgT0
100 mgT0
oral "natriumfrei" Lactose - Unzerkaut und mit reichlich Flüssigkeit einzunehmen. Kinder und Jugendliche
Azathioprin AL 25 mg/50 mg
Filmtabletten
Filmtabletten 25 mgT0
50 mgT2
oral "natriumfrei" Lactose
Polysorbat 80
- Mindestens 1 Stunde vor oder 3 Stunden nach Einnahme einer Mahlzeit oder von Milch einnehmen. Kinder und Jugendliche
Imurek i. v. Pulver zur Herstellung einer Infusions- oder Injektionslösung 50 mg intravenös "natriumfrei" - - Rekonstitution gemäß Fachinfo. Kinder und Jugendliche


T2: teilbar in zwei gleiche Dosen, T0: nicht teilbar, „natriumfrei“: weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Einheit

Die Fachinformationen wurden am 02.01.2026 aufgerufen.

Neben den aufgeführten Präparaten befinden sich diverse weitere Fertigarzneimittel im Handel.

Lieferengpässe/weitere praktische Informationen

Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)

Dosierungsempfehlungen

Autoimmunkrankheiten
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [1] [2] [10]
      • 1 - 3 mg/kg/Tag in 1 Dosis
      • Behandlungsdauer:
        • Bei CED (Chronisch entzündlichen Darmerkrankungen): Mindestens 12 Monate, wobei ein klinisches Ansprechen erst nach 3 - 4 Monaten erkennbar werden kann.
        • Bei anderen Erkrankungen: Wenn nach 3 Monaten keine Besserung eintritt, sollte ein Absetzen der Therapie erwogen werden.
      • Bei adipösen Kindern können Dosierungen im oberen Dosisbereich für ein Therapieansprechen erforderlich sein, wobei eine engmaschige Überwachung empfohlen wird.
        <2 Jahre: off-label

Prophylaxe der Transplantatabstoßung
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [2]
      • Initialdosis: 5 mg/kg/Tag in 1 Dosis (oder in mehreren Dosen).
      • Erhaltungsdosis: 1 - 4 mg/kg/Tag in 1 Dosis (oder in mehreren Dosen).
      • Dosis an hämatologische Verträglichkeit und klinisches Bild anpassen.

        Bei adipösen Kindern können Dosierungen im oberen Dosisbereich für ein Therapieansprechen erforderlich sein, wobei eine engmaschige Überwachung empfohlen wird.
        <2 Jahre: off-label

  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [2]
      • Initialdosis: 5 mg/kg/Tag in 1 Dosis (oder in mehreren Dosen).
      • Erhaltungsdosis: 1 - 4 mg/kg/Tag in 1 Dosis (oder in mehreren Dosen).
      • Dosis an hämatologische Verträglichkeit und klinisches Bild anpassen.

        Bei adipösen Kindern können Dosierungen im oberen Dosisbereich für ein Therapieansprechen erforderlich sein, wobei eine engmaschige Überwachung empfohlen wird.
        <2 Jahre: off-label

Atopische Dermatitis
  • Oral
    • 2 Jahre bis 18 Jahre
      [11] [12] [13] [15] [17] [18]
      • 1 - 3 mg/kg/Tag in 1 Dosis
        • Genotypisierung bei Therapiestart erwägen. Siehe Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen.
        • Falls nach 3 Monaten und der höchsten tolerierbaren Dosis keine Verbesserung eingetreten ist, sollte erwogen werden die Azathioprin Gabe zu beenden.
        • Bei adipösen Kindern können Dosierungen im oberen Dosisbereich für ein Therapieansprechen erforderlich sein, wobei eine engmaschige Überwachung empfohlen wird. Siehe Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen.

        off-label

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Sehr häufig (>10 %): virale, mykotische und bakterielle Infektionen bei Transplantatempfängern, die Azathioprin in Kombination mit anderen Immunsuppressiva erhalten, Leukozytopenie, Knochenmarkdepression

Häufig (1-10 %): Thrombozytopenie, Übelkeit (bisweilen mit Erbrechen)

Gelegentlich (0,1-1 %): virale, mykotische und bakterielle Infektionen bei den anderen Patienten, Anämie, Überempfindlichkeitsreaktionen, Pankreatitis, Cholestase, Schwangerschaftscholestase, anomaler Leberfunktionstest

Selten (0,01-0,1 %): Neoplasien (einschließlich lymphoproliferativer Erkrankungen), Hautkrebserkrankungen (Melanome und andere), Sarkome (Kaposi-Sarkome und andere) und In-situ-Karzinom der Cervix uteri, akute myeloische Leukämien und Myelodysplasien, Agranulozytose, Panzytopenie, aplastische Anämie, megaloblastische Anämie, Erythrozytenhypoplasie, Leberschäden, Haarausfall

Sehr selten (<0,01 %): nach Anwendung von Azathioprin zusammen mit anderen Immunsuppressiva wurde über Fälle von durch den JC-Virus verursachter PML berichtet, hepatosplenisches T-Zell-Lymphom bei CED-Patienten, die gleichzeitig andere anti-TNF-Arzneimittel anwenden, hämolytische Anämie, Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch epidermale Nekrolyse, reversible Pneumonitis, Kolitis, Divertikulitis und Darmperforation bei Transplantatempfängern, schwere Diarrhö bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen

Häufigkeit nicht bekannt: Pellagra, nicht-zirrhotische portale Hypertonie, portosinusoidale Gefäßerkrankung, akute febrile neutrophile Dermatose (Sweet-Syndrom), Photosensibilitätsreaktion

Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Azathioprin, gegen Mercaptopurin (einen Metaboliten von Azathioprin) oder einen der sonstigen Bestandteile
  • Impfung mit Lebendimpfstoffen (insbesondere BCG, Pocken und Gelbfieber)
  • Stillzeit

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Monitoring:

  • Bei Therapiestart: Kreatinin, ALAT und großes Blutbild bestimmen.
  • TPMT- und NUDT15-Genotypisierung durchführen. Bei Poor-Metabolisierern und Intermediate-Metabolisierern sind Dosisanpassungen indiziert, weiterführende Dosisempfehlungen gemäß Royal Dutch Pharmacists Association (KNMP).
  • 1 Monat nach Therapiestart, 2 Monate nach Therapiestart und nach jeder Dosiserhöhung Blutmonitoring wiederholen. [Yee and Orchard 2018]
  • Falls keine Genotypisierung vorgenommen wurde, sind zusätzliche Kontrollen 1 Woche nach Therapiestart und 1 Woche nach jeder Dosiserhöhung indiziert.
  • Anschließend, bei gleichbleibenden Dosen, alle 3 Monate kontrollieren (falls die vorhergegangenen Befunde unauffällig waren).
  • Bei auffallenden Befunden gelten folgende Empfehlungen:
    • Leberenzyme >2 x Normalwert: Dosis reduzieren und alle 4 - 6 Wochen kontrollieren. Falls >3 x Normalwert: Medikation vorübergehend absetzen und mit niedrigstmöglicher Dosis neu starten.
    • Lymphozyten <1,0 x 109/L und/oder Neutrophile <1,5 x 109/L: Dosis reduzieren und Kinderrheumatologe/Immunologe konsultieren. Wöchentliches Monitoring.
  • Impfempfehlungen während Azathioprin Anwendung beachten.
  • Mädchen und Jungen im gebährfähigen Alter müssen eine verlässliche Verhütungsmethode anwenden, während und für mindestens 3 Monate nach Therapie. Azathioprin kann während der Schwangerschaft angewendet werden, jedoch ist eine zusätzliche Überwachung des Neugeborenen nötig.

Zytostatika allgemein: Verschiedene Zytostatika können zu Hypersensivitätsreaktionen führen. Ein Notfallset (bestehend aus Epinephrin, Clemastin und Hydrocortison) muss im Behandlungsraum verfügbar sein. Außerdem enthält das Notfallset spezifische Antidote (falls vorhanden).

In einer US-amerikanischen klinischen Studie wurden 18 Kinder im Alter zwischen 3 und 14 Jahren gleichmäßig in zwei Gruppen aufgeteilt; ausschlaggebend war das Gewichts-/Größen-Verhältnis größer oder kleiner der 75. Perzentile. Jedes Kind befand sich in einer Erhaltungsbehandlung mit 6-MP, wobei die Körperoberfläche Grundlage der Dosisberechnung war. Die mittlere AUC (0 - ∞) von 6-MP in der Gruppe größer der 75. Perzentile war 2,4-mal kleiner als die der Gruppe kleiner der 75. Perzentile. Daher benötigen übergewichtige Kinder unter Umständen Azathioprin- Dosen im oberen Bereich des Dosisspektrums und eine engmaschige Überwachung des Ansprechens auf die Behandlung. [SmPC Imurek]

Wenn schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten oder die Wirkung nicht eintritt, kann ein abnormaler Arzneimittelstoffwechsel die Ursache dafür sein. Die Thiopurinmethyltransferase (TPMT) und die Nudixhydrolase (NUDT15) können zu unterschiedlichem Ansprechen führen. Eine Genotypisierung kann erwogen werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.

Wechselwirkungen

Die standardisierte Wechselwirkungsrecherche des Kinderformulariums hat folgende klinisch relevante Wechselwirkungen ergeben:

Interaktionspartner Grund Handlungsempfehlung
Clozapin Erhöhung des Risikos und/oder der Schwere von Granulozytopenien/Agranulozytosen. Kombination vermeiden. Falls Kombination nicht vermieden werden kann, muss das Blutbild besonders engmaschig überwacht werden. 
Penicillamin Erhöhtes Risiko für myelosuppressive Wirkungen (z.B. Anämie, Leukopenie). Kombination vermeiden. Falls Kombination nicht vermieden werden kann, muss das Blutbild besonders engmaschig überwacht werden
Cimetidin Erhöhtes Risiko für myelosuppressive Wirkungen (z.B. Anämie, Leukopenie). Kombination vermeiden. Falls Kombination nicht vermieden werden kann, muss das Blutbild besonders engmaschig überwacht werden
Indometacin Erhöhtes Risiko für myelosuppressive Wirkungen (z.B. Anämie, Leukopenie). Kombination vermeiden. Falls Kombination nicht vermieden werden kann, muss das Blutbild besonders engmaschig überwacht werden
Lebendimpfstoffe (z.B. MMR, Rotaviren, BCG) Dissemination des Impfkeims und beeinträchtigte Immunantwort möglich. Kombination vermeiden. Die Impfung kann 3 Monate nach Absetzen von Azathioprin erfolgen. 
Saccharomyces cerevisiae (boulardii) Fungämien und generealisierte Hefeinfektionen möglich.  Kombination vermeiden.
ACE-Inhibitoren (z.B. Enalapril, Lisinopril) Erhöhtes Risiko für myelosuppressive Wirkungen (z.B. Anämie, Leukopenie). Kombination vermeiden. Falls Kombination nicht vermieden werden kann, muss das Blutbild besonders engmaschig überwacht werden. 
Allergenextrakte Verminderte Wirksamkeit der Hyposensibiliserung möglich.  Kombination vermeiden.
Ribavirin Erhöhtes Risiko für myelosuppressive Wirkungen (z.B. Anämie, Leukopenie). Kombination vermeiden. Falls Kombination nicht vermieden werden kann, muss das Blutbild besonders engmaschig überwacht werden
Allopurinol Kombination kann zu einem erhöhten Plasmaspiegel von Azathioprin führen. Das Risiko für UAW steigt. Bei Kombination muss die Dosis von Azathioprin um ca. 70% reduziert werden
Methotrexat Verstärkte Hepato- und Hämatotoxizität. Bei Kombination soll die Dosis von Azathioprin angepasst werden, um UAW zu vermeiden.
Aminosalicylate (z.B. Mesalazin, Sulfasalazin) Erhöhtes Risiko für myelosuppressive Wirkungen (z.B. Anämie, Leukopenie). Sorgfältige Überwachung bei gleichzeitiger Anwendung notwendig.
Suxamethonium Die induzierte Skelettmuskelrelaxation wird durch Azathioprin verstärkt und verlängert.  Kombination vermeiden. Falls Kombination nicht vermieden werden kann, muss auf Anzeichen einer überhöhten und verlängerten Skelettmuskelrelaxation geachtet werden. 
Antikoagulanzien (z.B. Warfarin, Phenprocoumon) Senkung des antikoagulativen Effektes möglich.   Bei Kombination muss die Dosis von Antikoagulanzien erhöht werden. 

 

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen und einschlägigen Wechselwirkungsdatenbanken zu entnehmen.

IMMUNSUPPRESSIVA

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Selektive Immunsuppressiva

Abatacept

Orencia®
L04AA24

Apremilast

Otezla®
L04AA32

Baricitinib

Olumiant®
L04AA37

Leflunomid

Arava®
L04AA13

Mycophenolatmofetil

Cellcept®, Myfenax®, Mowel®, Myclausen; Syn: MMF, Mycophenolat, Mycophenolsäure
L04AA06

Teriflunomid

Aubagio®
L04AA31

Upadacitinib

Rinvoq®
L04AA44
Tumornekrosefaktor alpha (TNF-alpha)-Inhibitoren

Adalimumab

Humira®, Imraldi®, Halimatoz®, Hefiya®, Hulio®, Hyrimoz®, Idacio®, Amsparity®
L04AB04

Etanercept

Enbrel® , Benepali® , Erelzi®
L04AB01

Golimumab

Simponi®
L04AB06

Infliximab

Remicade®, Inflectra®, Remsima®, Zessly®, Flixabi®
L04AB02
Interleukin-Inhibitoren

Anakinra

Kineret®
L04AC03

Basiliximab

Simulect®
L04AC02

Canakinumab

Ilaris®
L04AC08

Ixekizumab

Taltz®
L04AC13

Satralizumab

Enspryng®
L04AC19

Secukinumab

Cosentyx®
L04AC10

Tocilizumab

RoActemra®
L04AC07

Ustekinumab

Fymskina, Imuldosa, Otulfi, Stelara®
L04AC05
Calcineurin-Inhibitoren

Ciclosporin A

Sandimmun®, Immunosporin, Syn: CSA, Cyclosporin
L04AD01

Tacrolimus

Advagraf®, Prograf®, Modigraf®, Crilomus®, Envarsus®, Dailiport®, Tacni®, Tacpan®, Tacro-cell®
L04AD02
Andere Immunsuppressiva

Methotrexat

Lantarel®, Metex®, Nordimet®, Trexject®; Syn: MTX; weitere ATC-Codes: M01CX01, L01BA01
L04AX03
IMMUNSUPPRESSIVA

Abatacept

Orencia®
L04AA24

Adalimumab

Humira®, Imraldi®, Halimatoz®, Hefiya®, Hulio®, Hyrimoz®, Idacio®, Amsparity®
L04AB04

Anakinra

Kineret®
L04AC03

Apremilast

Otezla®
L04AA32

Baricitinib

Olumiant®
L04AA37

Basiliximab

Simulect®
L04AC02

Belimumab

Benlysta®
L04AG04

Canakinumab

Ilaris®
L04AC08

Ciclosporin A

Sandimmun®, Immunosporin, Syn: CSA, Cyclosporin
L04AD01

Eculizumab

Soliris®
L04AJ01

Etanercept

Enbrel® , Benepali® , Erelzi®
L04AB01

Everolimus

Afinitor®, Certican®, Votubia®
L04AH02

Fingolimod

Gilenya®
L04AE01

Golimumab

Simponi®
L04AB06

Infliximab

Remicade®, Inflectra®, Remsima®, Zessly®, Flixabi®
L04AB02

Ixekizumab

Taltz®
L04AC13

Leflunomid

Arava®
L04AA13

Methotrexat

Lantarel®, Metex®, Nordimet®, Trexject®; Syn: MTX; weitere ATC-Codes: M01CX01, L01BA01
L04AX03

Mycophenolatmofetil

Cellcept®, Myfenax®, Mowel®, Myclausen; Syn: MMF, Mycophenolat, Mycophenolsäure
L04AA06

Ravulizumab

Ultomiris®
L04AJ02

Ritlecitinib

Litfulo®
L04AF08

Satralizumab

Enspryng®
L04AC19

Secukinumab

Cosentyx®
L04AC10

Sirolimus

Rapamune®
L04AH01

Tacrolimus

Advagraf®, Prograf®, Modigraf®, Crilomus®, Envarsus®, Dailiport®, Tacni®, Tacpan®, Tacro-cell®
L04AD02

Teriflunomid

Aubagio®
L04AA31

Tocilizumab

RoActemra®
L04AC07

Tofacitinib

Xeljanz®
L04AF01

Upadacitinib

Rinvoq®
L04AA44

Ustekinumab

Fymskina, Imuldosa, Otulfi, Stelara®
L04AC05
Sphingosin-1-phosphat (S1P)-Rezeptor-Modulatoren

Fingolimod

Gilenya®
L04AE01
Janus-assoziierte Kinase (JAK)-Inhibitoren

Ritlecitinib

Litfulo®
L04AF08

Tofacitinib

Xeljanz®
L04AF01
Monoklonale Antikörper

Belimumab

Benlysta®
L04AG04
Mammalian target of rapamycin (mTOR)-Kinase-Inhibitoren

Everolimus

Afinitor®, Certican®, Votubia®
L04AH02

Sirolimus

Rapamune®
L04AH01
Komplement-Inhibitoren

Eculizumab

Soliris®
L04AJ01

Ravulizumab

Ultomiris®
L04AJ02

Referenzen

  1. Wine E, et al. , Management of paediatric ulcerative colitis, part 1: Ambulatory care-An updated evidence-based consensus guideline from the European Society of Paediatric Gastroenterology, Hepatology and Nutrition and the European Crohn's and Colitis Organisation., J Pediatr Gastroenterol Nutr, 2025, 81(3), 765-815
  2. Aspen Pharma Trading Limited, SmPC Imuran (RVG 05565) 04-12-2018, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl
  3. Aspen, SmPC Imurek 25/50 mg Filmtabletten + 50 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung (6101735.01.00/6101735.00.00/6101758.00.00), 11/2019
  4. Heumann Pharma, SmPC Azathioprin 25/75/100 mg Filmtabletten (93348.00.00/93349.00.00/93350.00.00), 09/2019
  5. Heumann Pharma, SmPC Azathioprin 50 mg Filmtabletten (63079.00.00), 09/2019
  6. Pharmatrix, Informationen zu Imurek 50 mg, http://www.pharmatrix.de/cms/front_content.php?idart=3&id=656&sort=arzneimittel&search=imurek.
  7. Pharmatrix, Informationen zu Imurek 25 mg.
  8. Pfaff A. Pharmatrix, Informationen zu Zytrim, http://www.pharmatrix.de/cms/front_content.php?idart=3&id=657&sort=arzneimittel&search=zytrim, Accessed June 27, 2018
  9. MMI, Gelbe Liste Online, Accessed June 27, 2018.
  10. Nederlands Oogheelkundig Genootschap [Niederländische Ophthalmologische Gesellschaft], Richtlinie Uveitis [Leitlinie Uveitis], 2015
  11. Caufield, M., et al, Oral azathioprine for recalcitrant pediatric atopic dermatitis: clinical response and thiopurine monitoring, J Am Acad Dermatol , 2013, 68(1), 29-35
  12. Murphy, L. A., et al, Azathioprine as a treatment for severe atopic eczema in children with a partial thiopurine methyl transferase (TPMT) deficiency., Pediatr Dermatol, 2003, 20(6), 531-4
  13. Hon, K. L., et al, Efficacy and tolerability at 3 and 6 months following use of azathioprine for recalcitrant atopic dermatitis in children and young adults, J Dermatolog Treat , 2009, 20(3), 141-5
  14. Yee, J., et al, Monitoring recommendations for oral azathioprine, methotrexate and cyclosporin in a paediatric dermatology clinic and literature review, Australas J Dermatol, 2018, 59(1), 31-40
  15. Murphy, L. A., et al, A retrospective evaluation of azathioprine in severe childhood atopic eczema, using thiopurine methyltransferase levels to exclude patients at high risk of myelosuppression, Br J Dermatol, 2002, 147(2), 308-15
  16. Nederlandse Vereniging voor Dermatologie en Venerelogie [Niederländische Vereinigung für Dermatologie und Venerologie], Richtlijn constitutioneel eczeem. [Leitlinie Konstitutionelles Ekzem], https://nvdv.nl/professionals/richtlijnen-en-onderzoek/richtlijnen/richtlijn-constitutioneel-eczeem, 2019
  17. Noguera-Morel, L., et al, A Retrospective Study of Systemic Treatment of Severe Atopic Dermatitis With Azathioprine: Effectiveness and Tolerance in 11 Pediatric Patients, Actas Dermosifiliogr, 2019, 110(3), 227-231
  18. Waxweiler, W. T., et al, Systemic treatment of pediatric atopic dermatitis with azathioprine and mycophenolate mofetil., Pediatr Dermatol , 2011, 28(6), 689-94

Änderungsverzeichnis

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung