Hyaluronidase

Wirkstoff
Hyaluronidase
Handelsname
HYLASE®
ATC-Code
B06AA03

Zulassung
Dosierungsempfehlungen

Präparate
Pharmakodynamik und -kinetik
Nierenfunktionsstörungen
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Das Enzym Hyaluronidase (Hyaluronglucosaminidase EC 3.2.1.35) spaltet Bestandteile der extrazellulären Matrix, wobei Mucopolysaccharide vom Hyaluronsäure-Typ hydrolysiert werden. Substrate für die testikuläre Hyaluronidase sind Hyaluronsäure, Chondroitin, Chondroitin-4-sulfat und Chondroitin-6-sulfat, teilweise Dermatansulfat (Chondroitinsulfat B). Durch die Wirkung des Enzyms wird die extrazelluläre Matrix durchlässiger, die Viskosität nimmt ab und die Permeabilität des Bindegewebes wird gesteigert. Über diesen Mechanismus kommt es zur Resorptionsbeschleunigung von Flüssigkeiten nach subkutanen und intramuskulären Injektionen. Hyaluronidase wird deshalb auch als Diffusionsfaktor (engl.: spreading factor) bezeichnet.

Pharmakokinetik bei Kindern

Es sind keine spezifischen Informationen für Kinder vorhanden.

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Behandlung einer Extravasationsverletzung
    • Infiltration
      • Früh- und Neugeborene: off-label
      • ≥1 Monat bis <18 Jahre: off-label

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Hyaluronidase ist nicht zugelassen bei Kindern.

Zulassung bei Erwachsenen:

Peribulbär/retrobulbär/sub-Tenon's für ophthalmochirurgische Eingriffe.

[Ref.]

Präparate im Handel

Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung 150 I.E., 300 I.E. (nur für Erwachsene zugelassen)

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.

Präparat im Handel:

Präparat Darreichungsform Stärke (Hyaluronidase) Applikationsweg Natriumgehalt Problematische Hilfsstoffe Anwendungshinweis Altersangabe
HYLASE® „Dessau“ Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung 150 I.E.
300 I.E.
peribulbär
retrobulbär
sub-Tenon's
k.A. - Rekonstitution gemäß Fachinformation Erwachsene


k.A.: keine Angabe

Die Fachinformationen wurden am 06.03.2026 aufgerufen.

Lieferengpässe/weitere praktische Informationen

Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)

Dosierungsempfehlungen

Behandlung einer Extravasationsverletzung
  • Infiltration
    • Früh- und Neugeborene
      [3] [4] [5]
      • Lösung 15 I.E./mL: 1 ml/Dosis über 5 Injektionen um das Extravasationsgebiet verteilen.
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [2]
      • 150 IE/Dosis, einmalig. in das Extravasationsgebiet spritzen.
      • Bei Vincaalkaloiden

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Keine Informationen zur Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung vorhanden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Selten (0,01-0,1 %): allergische Reaktionen mit Schocksymptomatik; Anaphylaxie-ähnliche Reaktionen mit Symptomen wie Brustschmerzen oder -enge, Schwindelgefühl, schneller Herzschlag oder „rasendes“ Herz, Kurzatmigkeit oder Schwierigkeiten beim Atmen, Hautausschlag, Urtikaria oder Jucken, Anschwellen von Gesicht, Lippen, Hals, Ohren, Armen oder Beinen, Halsenge, geringfügige Entzündungen, Rötungen oder Schmerzen, Übelkeit oder Erbrechen; Temperaturerhöhung, Zahnlockerung, verstärkte Menstruationsblutung

Häufigkeit nicht bekannt: Verstärkung von bestehenden Infektionen, unangenehme Injektionsschmerzen

Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

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Haben Sie den Verdacht auf eine Nebenwirkung?

Die Meldung ist sehr wichtig, um das Nutzen-Risiko-Verhältnis eines Arzneimittels ständig zu überwachen. Das gilt besonders, wenn Medikamente bei Kindern außerhalb der zugelassenen Anwendung (off-label) eingesetzt werden.

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Kontraindikationen allgemein

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff (Hyaluronidase), bei Überempfindlichkeit gegenüber Rinderproteinen oder einen der sonstigen Bestandteile
  • Angeborene Herzfehler, venöser Stau oder Schocksymptome
  • Bei Plasmainfusionen: Serumproteinwerte des Patienten unter 5,5 g % (55 g/l)
  • Patienten mit einer Infektion
  • Nicht in ein infiziertes Areal injizieren
  • Keine Verwendung zur Reduktion von Schwellungen
  • Nicht in Schwellungen injizieren, die durch Stiche oder Bisse hervorgerufen wurden
  • Krebspatienten
  • Drittes Trimenon der Schwangerschaft und Stillzeit

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

ANDERE HÄMATOLOGIKA

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

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B06AC05
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Referenzen

  1. Rademaker C.M.A. et al, Geneesmiddelen-Formularium voor Kinderen, 2007
  2. Kamps WA et al, Werkboek ondersteundende behandeling kinderoncologie, VU Uitgeverij, 2005
  3. Gopalakrishnan PN, et al, Saline irrigation for the management of skin extravasation injury in neonates., Cochrane Database Syst Rev, 2017, 7(7), Cd008404
  4. Boyar V, et al., Point-of-Care Ultrasound Use in Neonatal Peripheral Intravenous Extravasation Injuries: A Case Series., J Wound Ostomy Continence Nurs, 2018, 45(6), 503-9
  5. Zenk KE, et al., Nafcillin extravasation injury. Use of hyaluronidase as an antidote., Am J Dis Child, 1981, 135(12), 1113-4

Änderungsverzeichnis

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung