Folsäure gehört zu den wasserlöslichen B-Vitaminen und besitzt essentielle Funktionen in der DNA-Synthese, in der Zellbildung und -regeneration. Die biologisch aktive Form ist die Tetrahydrofolsäure, die für den Metabolismus von Aminosäuren und die Synthese von Nucleinsäuren essentiell ist. Die Substanz kann Folsäure-Mangelzustände ausgleichen und wirkt unter anderem prophylaktisch gegen Neuralrohr-Defekte in der Schwangerschaft und die megaloblastäre Anämie.
Kinder und Jugendliche
Keine spezifischen Informationen für Kinder vorhanden.
Erwachsene [Ref.]
Tmax (parenteral): innerhalb von 1 h (Dosis 1,5 mg des Mononatriumsalzes i.m.)
Tmax (peroral): etwa 1,6 - 2,2 h
Cmax: etwa 243 ng/ml (Einzeldosis 5 mg, korrigiert um den individuellen Folsäure-Spiegel vor der Verabreichung)
BV: peroral: etwa 80 - 87 %
Plasmaproteinbindung: 70 %
Elimination: Innerhalb der ersten 6 h nach parenteraler Verabreichung werden etwa 80 % und in den darauf folgenden 4 h weitere 17 % renal ausgeschieden.
Über den Bedarf hinaus zugeführte Mengen: Elimination überwiegend renal mit einer Halbwertszeit von 0,75 h
Tabletten 0,4 mg, 5 mg
Injektionslösung 2,5 mg/mL, 10 mg/mL
Präparate im Handel (ausgewählte Beispiele):
| Präparat | Darreichungsform | Stärke (XY Salz oder Reinstoff) | Applikationsweg | Natriumgehalt | Problematische Hilfsstoffe | Anwendungshinweis | Altersangabe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Folverlan® | Tabletten | 0,4 mgT0 5 mgT0 |
oral | „natriumfrei“ | Lactose | Einnahme unzerkaut zu den Mahlzeiten. | k.A. |
| Dreisafol® | Tabletten | 5 mgT0 | oral | k.A. | Lactose | Einnahme unzerkaut zu den Mahlzeiten. | k.A. |
| Folsäure Aristo | Tabletten | 5 mgT2 | oral | k.A. | Lactose Saccharose |
Einnahme unabhängig von den Mahlzeiten. |
ab 6 Jahren |
| Folsäure (forte) Hevert | Injektionslösung | 2,5 mg/mL 10 mg/mL |
intravenös, intramuskulär | „natriumfrei“ | - | Zur parenteralen Anwendung. | k.A. |
T2: teilbar in zwei gleiche Dosen, T0: nicht teilbar, „natriumfrei“: weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Einheit, k.A.: keine Angabe
Die Fachinformationen wurden am 22.04.2026 aufgerufen.
Neben den aufgeführten Präparaten befinden sich diverse weitere Fertigarzneimittel im Handel.
Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)
Gehe zu:
| Megaloblastäre Anämie |
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| Supplementierung bei chronischer Hämolyse |
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| Mäßige bis schwere Hämolyse infolge einer Sphärozytose |
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| Störungen des Homocystein-Stoffwechsels |
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| Zur Reduzierung der Nebenwirkungen von Methotrexat bei inflammatorischen Erkrankungen |
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GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.
GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.
Selten (0,01-0,1 %): nach sehr hohen Folsäure-Dosierungen: Schlafstörungen, Erregung oder Depressionen, gastrointestinale Störungen
Sehr selten (<0,01 %): allergische Reaktionen, z. B. als Erythem, Pruritus, Bronchospasmus, Übelkeit oder anaphylaktischer Schock
Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
Haben Sie den Verdacht auf eine Nebenwirkung?
Die Meldung ist sehr wichtig, um das Nutzen-Risiko-Verhältnis eines Arzneimittels ständig zu überwachen. Das gilt besonders, wenn Medikamente bei Kindern außerhalb der zugelassenen Anwendung (off-label) eingesetzt werden.
Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.
| Interaktionspartner | Grund | Handlungsempfehlung |
|---|---|---|
| Antikonvulsiva (z. B. Phenytoin, Phenobarbital, Primidon) | Folsäure kann die Blutspiegel von Antikonvulsiva senken und die Krampfbereitschaft erhöhen. | - |
| Folsäureantagonisten wie z. B. Chemotherapeutika (Trimethoprim, Proguanil, Pyrimethamin) und Zytostatika (Methotrexat) |
gegenseitige Hemmung in ihrer Wirkung | - |
| Fluorouracil bzw. oralen Fluoropyrimidinen (z. B. Capecitabin) | Wirkungsverstärkung und Erhöhung der (Zyto-)Toxizität möglich. | |
| Chloramphenicol | Ansprechen auf die Behandlung mit Folsäure kann verhindert werden. | Chloramphenicol nicht an Patienten mit schweren Folsäuremangelerscheinungen verabreichen. |
Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen und einschlägigen Wechselwirkungsdatenbanken zu entnehmen.
In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.