Zulassung
Dosierungsempfehlungen

Präparate
Pharmakodynamik und -kinetik
Nierenfunktionsstörungen
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Mepivacain

Wirkstoff
Mepivacain
Handelsname
Meaverin, Mecain, Mepivastesin, Scandicain, Scandonest
ATC-Code
N01BB03

Pharmakodynamik

Mepivacain ist ein Lokalanästhetikum vom Säureamid-Typ. Es hemmt reversibel die Übertragung von Nervenimpulsen, indem es während der Übertragung des Aktionspotentials den Natrium (Na+)-Fluss verringert bzw. blockiert. Während sich die Wirkung des Anästhetikums im Nerv ausbreitet, verringert sich schrittwiese die
Reizschwelle für die elektrische Erregbarkeit; die Anstiegsrate des Aktionspotentials verringert sich und die Reizleitung wird verlangsamt. Mepivacain hat einen raschen Wirkungseintritt, ein hohes Betäubungspotenzial und eine geringe Toxizität. Es zeigt schwach vasokonstriktive Eigenschaften, daher hält die Wirkung länger an als mit den meisten anderen Lokalanästhetika, bei Anwendung ohne Vasokonstriktor.

Bei peripheren Nervenblockaden zur Zahnbehandlung erfolgt der Wirkungseintritt von Mepivacain schnell (im Allgemeinen innerhalb von 3 bis 5 Minuten). Nach einer maxillären Infiltration hält die Betäubung der Zahnpulpa in der Regel ungefähr 25 Minuten an, nach einem inferioren Alveolarblock ungefähr 40 Minuten, während die Betäubung des Weichgewebes nach einer maxillären Infiltration bis zu 90 Minuten anhalten kann und ungefähr 165 Minuten nach einer inferioren Alveolar-Nerv-Blockade.

Pharmakokinetik bei Kindern

Es sind keine spezifischen Informationen für Kinder vorhanden.

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Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Lokalanästhesie, Feldblockade
    • Infiltration
      • ≥1 Monat bis <2 Monate: off-label
      • ≥2 Monate bis <18 Jahre: zugelassen
  • Anästhesie epidural (kaudal)
    • epidural
      • ≥1 Monat bis <2 Monate: off-label
      • ≥2 Monate bis <18 Jahre: zugelassen (>6 mg/kg/Dosis: off-label)
  • Bei zahnmedizinischen Eingriffen
    • Infiltration
      • ≥4 Jahre bis <18 Jahre: zugelassen

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Injektion zur lokalen und regionalen Nervenblockade

Neugeborene und Säuglinge unter 6 Wochen: 
Aufgrund des verminderten hepatischen Metabolismus sollte Mepivacain nicht bei Neugeborenen und Säuglingen unter 6 Wochen angewendet werden.

Kinder im Alter von 2 Monaten bis 12 Jahren:
Bei Kindern im Alter von 2 Monaten bis 12 Jahren ist die Dosis individuell unter Berücksichtigung von Alter und Gewicht zu berechnen. Als Maximaldosis gelten 5 mg Mepivacainhydrochlorid pro kg Körpergewicht.

  Konz. mg/mL Volumen mL/kg Dosis mg/kg
Kaudale Epiduralanästhesie (Blockaden unter T12) 10 0,5b) ≤ 5
Plexusblockaden (z. B. axilläre Plexusblockaden) 10 0,3-0,5 ≤ 5
Leitungs- und Infiltrationsanästhesie (z. B. kleinere Nervenblockaden und Infiltration) 5,0 – 10 0,07-0,2c) ≤ 5

b) Das Volumen für eine einfache Blockade sollte bei keinem Patienten 20 mL überschneiden   c) Das Volumen für eine einfache Blockade sollte bei keinem Patienten 10 mL überschneiden

Die empfohlene Maximaldosis bei einzeitiger Anwendung beträgt:
– HNO-Bereich: 200 mg Mepivacainhydrochlorid (3 mg/kg Körpergewicht)
– Periduralanästhesie und periphere Blockaden: 400 mg Mepivacainhydrochlorid (6 mg/kg Körpergewicht)
– Interkostalblockade: 300 mg Mepivacainhydrochlorid (4 mg/kg Körpergewicht)
– Plexusanästhesie: 500 mg Mepivacainhydrochlorid (7 mg/kg Körpergewicht)

[Ref.]

Infiltration/perineural zur lokalen und regionalen Nervenblockade bei zahnheilkundlichen Operationen

Jugendliche und Kindern über 4 Jahren (ca. 20 kg Körpergewicht):
Die zu injizierende Menge richtet sich nach dem Alter und Gewicht des Kindes und dem Ausmaß des Eingriffs. Die durchschnittliche Dosis beträgt 0,75 mg/kg Körpergewicht. Die empfohlene Höchstdosis für Kinder und Jugendliche beträgt 3 mg Mepivacain/kg Körpergewicht.

[Ref.]

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Präparate im Handel

Injektionslösung 10 mg/mL, 20 mg/mL, 30 mg/mL

Die im Handel befindlichen Präparate enthalten Mepivacain in Form von Mepivacainhydrochlorid. Die Angabe der Wirkstoffkonzentration und Dosierung ist jeweils auf Mepivacainhydrochlorid bezogen.

Präparate im Handel (ausgewählte Beispiele):

Präparat Darreichungsform Stärke (Mepivacainhydrochlorid) Applikationsweg Natriumgehalt Problematische Hilfsstoffe Anwendungshinweis Altersangabe
Scandicain® 1 % Injektionslösung Injektionslösung (Luerfit®-Ampullen) 10 mg/mL epidural, peridural, Infiltration 3,3 mg/mL - Anwendung gemäß Fachinformation. ab 2 Monaten
Scandicain® 1 % Fl. 50 ml Injektionslösung (50 mL Flaschen) 10 mg/mL Infiltration 3,3 mg/mL Methyl-4-hydroxybenzoat (0,8 mg/mL)
Propyl-4-hydroxybenzoat (0,2 mg/mL)
ab 2 Monaten
Scandicain ® 2 % Injektionslösung Injektionslösung (Luerfit®-Ampullen) 20 mg/mL epidural, peridural, Infiltration 2,9 mg/mL - ab 15 Jahren
Scandicain® 2 % Fl. 50 ml Injektionslösung (50 mL Flaschen) 20 mg/mL Infiltration 2,9 mg/mL Methyl-4-hydroxybenzoat (0,8 mg/mL)
Propyl-4-hydroxybenzoat (0,2 mg/mL)
ab 15 Jahren
Scandonest 3 % ohne Vasokonstriktor Injektionslösung 30 mg/mL Infiltration, perineural in der Mundhöhle 2,47 mg/mL - Zahnmedizin:
ab 4 Jahren, ca. 20 kg
Mepivastesin Injektionslösung 30 mg/mL Infiltration, perineural in der Mundhöhle "natriumfrei"   Zahnmedizin:
ab 4 Jahren, ca. 20 kg


„natriumfrei“: weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Einheit

Die Fachinformationen wurden am 20.10.2025 aufgerufen.

Neben den aufgeführten Präparaten befinden sich diverse weitere Fertigarzneimittel im Handel.

Lieferengpässe/weitere praktische Informationen

Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)

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Dosierungsempfehlungen

Lokalanästhesie, Feldblockade
  • Infiltration
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [1] [3]
      • Max. 5 mg/kg/Dosis
      • <2 Monate: off-label

Anästhesie, epidural (kaudal)
  • Epidural
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [1] [3]
      • Max. 10 mg/kg, Max. Gesamtdosis 400 mg.

      • Dosis: off-label

Lokalanästhesie in der Zahnmedizin
  • Infiltration
    • ≥ 4 Jahre und ≥ 20 kg
      [2] [7]
      • 0,75 mg/kg/Tag, einmalig. Max: 3 mg/kg/Tag.

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Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

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Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Häufig (1-10 %): Parästhesien, Schwindel, Bradykardie, Hypotonie, Bluthochdruck, Übelkeit, Erbrechen

Gelegentlich (0,1-1 %): Anzeichen und Symptome von ZNS-Toxizität (Krämpfe, Kribbeln im Mundbereich, Taubheit der Zunge, Hör- und Sehstörungen, Bewusstlosigkeit, Zittern, Tinnitus, Sprachstörungen, Unterdrückung der Funktionen des ZNS)

Selten (0,01-0,1 %): Überempfindlichkeitsreaktionen, akute Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktischer Schock), Neuropathie, Verletzung der Nerven, Arachnoiditis, Diplopie, Herzstillstand, Herzrhythmusstörungen, Atemdepression

Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

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Kontraindikationen allgemein

10 mg/mL, 20 mg/mL:

  • schwere Störungen des Herz-Erregungsleitungssystems
  • akut dekompensierte Herzinsuffizienz
  • Parazervikalanästhesie in der Geburtshilfe

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

30 mg/mL (Zahnheilkunde):

  • Kinder unter 4 Jahren (ca. 20 kg Körpergewicht)
  • Schwere Störungen der AV-Knoten - Überleitung des Herzens, die nicht durch einen Herzschrittmacher kompensiert werden
  •  unzureichend behandelte Epilepsie

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.

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Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

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Referenzen

  1. B. Braun Melsungen AG, SmPC Mepivacaine (RVG 19367) 29-09-2014, www.cbg-meb.nl
  2. SEPTODONT NV-SA, SmPC Scandonest (RVG 09269) 14-11-2014, www.cbg-meb.nl
  3. Aspen Pharma Trading Limited, SmPC Scandicain® 1 % Injektionslösung (6076871.01.00), 06/2025
  4. Aspen Pharma Trading Limited, SmPC Scandicain® 1 % Fl. 50 ml (6444762.01.00), 06/2025
  5. Aspen Pharma Trading Limited, SmPC Scandicain® 2 % Fl. 50 ml (6444762.02.00), 06/2025
  6. Aspen Pharma Trading Limited, SmPC Scandicain® 2 % Injektionslösung (6076871.00.00), 06/2025
  7. Septodont GmbH, SmPC Scandonest 3% ohne Vasokonstriktor (6433621.00.00), 04/2020
  8. Pierrel S.p.A., SmPC Mepivastesin 30 mg/ml Injektionslösung (6774724.00.00), 11/2023

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Änderungsverzeichnis

  • 24 Oktober 2025 09:32: Neue Monographie

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