Colestyramin ist ein basischer Anionenaustauscher. Da Colestyramin Gallensäuren im Darm bindet und ihre Rückresorbierung hemmt, kommt es bei schwindendem Gallensäurenpool zur Heraufregulierung des Leberenzyms Cholesterol-7-a-Hydroxylase, wodurch die Umwandlung von Cholesterol zu Gallensäuren gesteigert wird. Dies führt zu einem verstärkten Bedarf an Cholesterol in den Leberzellen, was eine zweifache Wirkung auslöst: einmal die Steigerung der Transkription und Aktivität des Cholesterolbiosynthese-Enzyms Hydroxymethyl-glutarylcoenzym A (HMG - CoA) Reduktase und auf der anderen Seite die Steigerung der Anzahl der hepatischen Low-Density-Lipoprotein-Rezeptoren. Es kann auch zum gleichzeitigen Anstieg der Very-Low-Density-Lipoproteinsynthese kommen. Diese ausgleichenden Wirkungen führen zu einer gesteigerten Clearance von LDL-C aus dem Blut, und dies löst wiederum eine Senkung der LDL-C-Serumspiegel aus.
Colestyramin wird nicht aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert. [SmPC Quantalan®]
Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen 4 g
Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen 4 g
Kautabletten 2 g
Präparate im Handel (ausgewählte Beispiele):
| Präparat | Darreichungsform | Stärke (Colestyramin) | Applikationsweg | Natriumgehalt | Problematische Hilfsstoffe | Aroma | Anwendungshinweis | Altersangabe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Quantalan® | Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen | 4 g/Dosisbeutel |
oral | k.A. | Aspartam (30 mg/Dosisbeutel) Propylenglykol (32,5 mg/Dosisbeutel) |
Orange | Einnahme zu den Mahlzeiten eingerührt in reichlich (beliebiger) Flüssigkeit. |
Kinder |
| Vasosan P | Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen | 4 g/Dosisbeutel | oral | k.A. | Saccharose | Orange | Kinder | |
| Vasosan S | 4 g/Dosisbeutel 4 g entsprechen 2 Messlöffel |
oral | k.A. | Saccharose | Orange | Kinder | ||
| Lipocol-Merz® |
Kautabletten |
2 gT0,M0 | oral | k.A. | Sucrose Propylenglykol |
Lemon | Einnahme zu den Mahlzeiten. Kautabletten gründlich eingespeicheln und anschließend zerkauen oder lutschen. Nach der Einnahme reichlich Flüssigkeit nachtrinken. | Kinder |
T0: nicht teilbar, M0: nicht mörserbar, k.A.: keine Angabe
Die Fachinformationen wurden am 02.09.2025 aufgerufen.
Neben den aufgeführten Präparaten befinden sich diverse weitere Fertigarzneimittel im Handel.
Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)
| Cholestatischer Juckreiz, Hypercholesterinämie |
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| Diarrhoe verursacht durch Gallensalze |
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GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.
GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.
Sehr selten (<0,01 %): hyperchlorämische Azidose [SmPC Lipocol-Merz]
Sehr häufig (>10 %): Obstipation
Häufig (1-10 %): Übelkeit, Völlegefühl, Sodbrennen, Appetitlosigkeit, Dyspepsie, Brechreiz, Blähungen, Diarrhöen
Gelegentlich (0,1-1 %): Erbrechen
Sehr selten (<0,01 %): Verstärkung einer vorbestehenden Steatorrhoe, hyperchlorämische Azidose bei Patienten mit Niereninsuffizienz unter Langzeittherapie, Mangel fettlöslicher Vitamine, erniedrigte Folsäurekonzentration im Blut
Häufigkeit nicht bekannt: Anstieg der alkalischen Phosphatase und der Transaminasen (zu Therapiebeginn), Rötungen und Reizungen der Haut/der Zunge/im Perianalbereich, allergische Reaktionen
Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
Um gastrointestinalen Nebenwirkungen vorzubeugen, sollte die Therapie bei Kindern mit 1 Dosis Colestyramin begonnen werden. Die Dosierung sollte schrittweise (alle 5-7 Tage) bis zur gewünschten Wirkung gesteigert werden. Bei Langzeitanwendung von Colestyramin in hoher Dosierung kann es zu einer hyperchlorämischen Azidose kommen, da Colestyramin das Chlorid eines Anionenaustauschers ist. Dies gilt insbesondere für jüngere und leichtere Patienten, bei welchen die relative Dosis höher ist.
Außerdem kann bei Langzeitanwendung hoher Dosen die normale Fettaufnahme gestört und die Resorption fettlöslicher Vitamine reduziert sein. In diesem Fall sollten die Vitamine A und D substituiert werden.
Die chronische Verwendung von Colestyramin kann eine erhöhte Blutungsneigung verursachen aufgrund von Vitamin K-Mangel ausgelöster Hypoprothrombinämie. Eine parenteraler Vitamin K-Verabreichung kann indiziert sein. Eine Reduktion des Folsäuregehalts im Serum oder in den roten Blutkörperchen wurde beobachtet, weshalb die Behandlung mit Folsäure erwogen werden kann.
Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.
Die Eigenschaften von Colestyramin als Anionenaustauscherharz bringen es mit sich, dass grundsätzlich eine Verzögerung oder Verminderung der Resorption anderer oral verabreichter Medikamente, wie z. B.
Wenn eine Wechselwirkung mit einem gleichzeitig angewendeten Arzneimittel nicht ausgeschlossen werden kann, sollte dieses Arzneimittel mindestens 1 Stunde vor oder 4 Stunden nach Colestyramin verabreicht werden, um das Risiko einer verringerten Absorption des gleichzeitig angewendeten Arzneimittels zu minimieren.
[Ref.]
Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen und einschlägigen Wechselwirkungsdatenbanken zu entnehmen.
In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.
| HMG-CoA-Reduktasehemmer | ||
|---|---|---|
|
Atoris®, Lipitor®, Sortis®
|
C10AA05 | |
|
Mevalotin protect®
|
C10AA03 | |
|
Crestor®, Rosuvador®
|
C10AA07 | |
|
Zocor®
|
C10AA01 | |
| Andere Mittel, die den Lipidstoffwechsel beeinflussen | ||
|---|---|---|
|
Ezetrol®
|
C10AX09 | |
| MITTEL, DIE DEN LIPIDSTOFFWECHSEL BEEINFLUSSEN, REIN | ||
|---|---|---|
|
Atoris®, Lipitor®, Sortis®
|
C10AA05 | |
|
Ezetrol®
|
C10AX09 | |
|
Mevalotin protect®
|
C10AA03 | |
|
Crestor®, Rosuvador®
|
C10AA07 | |
|
Zocor®
|
C10AA01 | |