Infliximab ist ein Immunsuppressivum und gehört zur Gruppe der Tumornekrosefaktor-alpha-(TNFα)-Inhibitoren. Infliximab ist ein chimärer, human-muriner, monoklonaler Antikörper, der mit hoher Affinität sowohl an lösliche als auch an transmembrane Formen von TNFα, aber nicht an Lymphotoxin-α (TNFβ) bindet.
Die mittlere Steady-state-Freisetzung bei Kindern zwischen 6 bis 17 Jahren lag um 20% niedriger als bei Erwachsenen. Bei den 2 bis 6 Jahre alten Kindern lag diese selbst 40% darunter [SmPC]
Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung 100 mg
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung 40 mg/mL
Injektionslösung in einer Fertigspritze 120 mg/mL (nur für Erwachsene zugelassen)
Injektionslösung im Fertigpen 120 mg/mL (nur für Erwachsene zugelassen)
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.
Präparate im Handel (ausgewählte Beispiele):
| Präparat | Darreichungsform | Stärke | Applikationsweg | Natriumgehalt | Problematische Hilfsstoffe | Anwendungshinweis | Altersangabe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Remicade® | Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung | 100 mg | intravenös | "natriumfrei" | Polysorbat 80 Saccharose | Verabreichung über einen Zeitraum von 2 Stunden. Verdünnung und Rekonstitution gemäß Fachinformation. | ab 6 Jahren |
| Inflectra™ | Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung |
100 mg |
intravenös | "natriumfrei" | Polysorbat 80 Saccharose | Verabreichung über einen Zeitraum von 2 Stunden. Verdünnung und Rekonstitution gemäß Fachinformation. | ab 6 Jahren |
| Remsima® |
Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung | 100 mg | intravenös | "natriumfrei" | Polysorbat 80 Saccharose | Verabreichung über einen Zeitraum von 2 Stunden. Verdünnung und Rekonstitution gemäß Fachinformation. | ab 6 Jahren |
| Remsima® |
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung | 40 mg/mL | intravenös | "natriumfrei" | Polysorbat 80 Sorbitol | Verabreichung über einen Zeitraum von 2 Stunden. Verdünnung gemäß Fachinformation. | ab 6 Jahren |
„natriumfrei“: weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Einheit
Die Fachinformationen wurden am 12.02.2026 aufgerufen.
Neben den aufgeführten Präparaten befinden sich diverse weitere Fertigarzneimittel im Handel.
Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)
| Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED), Sarkoidosebedingte Uveitis, Juvenile Idiopathische Arthritis (JIA), hereditäre autoinflammatorische Erkrankung, einschließlich Blau-Syndrom |
|---|
|
GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.
GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.
Allgemein: Reaktionen auf die Infusion, Antikörper gegen Infliximab, Infektionen.
Bei Morbus Crohn: Anämie, Blut im Stuhl, Leukopenie, Flush, virale/bakterielle Infektionen, Neutropenie und allergische Reaktionen im Bereich der Atemwege wurden bei Kindern öfter verzeichnet. Darüber hinaus wurden Knochenfrakturen berichtet, ein Kausalzusammenhang wurde jedoch nicht festgestellt.
Bei Colitis ulcerosa: Infektionen der oberen Atemwege, Pharyngitis, Bauchschmerzen, Fieber und Kopfschmerzen treten bei Kindern am häufigsten auf.
[SmPC Remicade]
Folgende UAW wurden sehr häufig, häufig oder gelegentlich beobachtet (≥0,1 %):
Folgende schwerwiegende UAW wurden zudem selten, sehr selten (<0,1 %) oder mit unbekannter Häufigkeit beobachtet:
[Ref.]
Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
Das Risiko der Entwicklung von Malignitäten oder des hepatosplenischen T-Zellen-Lymphoms kann bei Kindern und Jugendlichen, die mit TNF-Blockern behandelt werden, nicht ausgeschlossen werden.
Beachte: Rote-Hand-Brief vom 21.01.2026 (Rote-Hand-Brief zu Remsima® (Infliximab): Risiko schwerwiegender Stoffwechselschäden bei Patienten mit hereditärer Fruktoseintoleranz (HFI) aufgrund des Sorbitolgehalts der neuen intravenösen Remsima-Formulierung): Remsima 100 mg und 350 mg (40 mg/ml) Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist eine neue intravenöse (IV) Formulierung von Infliximab, die 45 mg Sorbitol pro 1 ml enthält. Bei Patienten mit HFI sind intravenös verabreichte Arzneimittel, die Sorbitol enthalten, kontraindiziert. Bereits geringe Mengen intravenös verabreichten Sorbitols können bei Patienten mit HFI zu schweren Nebenwirkungen führen wie Hypoglykämie, akutes Leberversagen, hämorrhagisches Syndrom, Nierenversagen und Tod.
Beachte: Rote-Hand-Brief vom 07.03.2022 (Rote-Hand-Brief zu Remicade®, Flixabi®, Inflectra™, Remsima® und Zessly® (Infliximab): Anwendung von Lebendimpfstoffen bei Säuglingen, die in utero oder über das Stillen exponiert waren): Infliximab ist plazentagängig und wurde bis zu 12 Monate nach der Geburt im Serum von Säuglingen nachgewiesen. Säuglinge könnten nach Exposition in utero ein erhöhtes Infektionsrisiko haben, einschließlich für schwerwiegende disseminierte Infektionen, die tödlich verlaufen können. Lebendimpfstoffe (z. B. BCG-Impfstoff) sollten Säuglingen, die in utero gegenüber Infliximab exponiert waren, bis 12 Monate nach der Geburt nicht gegeben werden.
Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.
| Interaktionspartner | Grund | Handlungsempfehlung |
| Anakinra | Erhöhtes Risiko schwerer Infektionen. | Kombination vermeiden. |
| Clozapin | Erhöhung des Risikos und/oder der Schwere von Granulozytopenien/Agranulozytosen. | Kombination vermeiden. Falls Kombination nicht vermieden werden kann, muss das Blutbild besonders engmaschig überwacht werden. |
| Saccharomyces cervisae (boulardii) | Fungämien und generealisierte Hefeinfektionen möglich. | Kombination vermeiden. |
| Lebendimpfstoffe (z.B. MMR-Impfstoff, Rotaviren-Impfstoff) | Dissemination des Impfkeims und beeinträchtigte Immunantwort möglich. | Kombination vermeiden. Die Patienten sollen, soweit möglich, vor Beginn der Behandlung mit den Biologika alle Impfungen nach den geltenden Impfempfehlungen erhalten. |
| Infektiöse Agenzien (z.B. abgeschwächte Bakterien) | Disseminierte Infektionen möglich. | Kombination vermeiden. |
| Allergenextrakt | Verminderte Wirksamkeit der Hyposensibilisierung möglich. | Kombination vermeiden. |
| Azathioprin | Additive immunsuppressive Wirkung. | Bei Kombination sollte das Blutbild sorgfältig überwacht werden und auf opportunistische Infektionen geachtet werden. |
Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen und einschlägigen Wechselwirkungsdatenbanken zu entnehmen.
In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.
| Selektive Immunsuppressiva | ||
|---|---|---|
|
Orencia®
|
L04AA24 | |
|
Otezla®
|
L04AA32 | |
|
Olumiant®
|
L04AA37 | |
|
Arava®
|
L04AA13 | |
|
Cellcept®, Myfenax®, Mowel®, Myclausen; Syn: MMF, Mycophenolat, Mycophenolsäure
|
L04AA06 | |
|
Aubagio®
|
L04AA31 | |
|
Rinvoq®
|
L04AA44 | |
| Tumornekrosefaktor alpha (TNF-alpha)-Inhibitoren | ||
|---|---|---|
|
Humira®, Imraldi®, Halimatoz®, Hefiya®, Hulio®, Hyrimoz®, Idacio®, Amsparity®
|
L04AB04 | |
|
Enbrel® , Benepali® , Erelzi®
|
L04AB01 | |
|
Gobivaz, Simponi®
|
L04AB06 | |
| Interleukin-Inhibitoren | ||
|---|---|---|
|
Kineret®
|
L04AC03 | |
|
Simulect®
|
L04AC02 | |
|
Ilaris®
|
L04AC08 | |
|
Taltz®
|
L04AC13 | |
|
Enspryng®
|
L04AC19 | |
|
Cosentyx®
|
L04AC10 | |
|
RoActemra®
|
L04AC07 | |
|
Fymskina, Imuldosa, Otulfi, Stelara®
|
L04AC05 | |
| Calcineurin-Inhibitoren | ||
|---|---|---|
|
Sandimmun®, Immunosporin, Syn: CSA, Cyclosporin
|
L04AD01 | |
|
Advagraf®, Prograf®, Modigraf®, Crilomus®, Envarsus®, Dailiport®, Tacni®, Tacpan®, Tacro-cell®
|
L04AD02 | |
| Andere Immunsuppressiva | ||
|---|---|---|
|
Azafalk®, Imurek, Jayempi
|
L04AX01 | |
|
Lantarel®, Metex®, Nordimet®, Trexject®; Syn: MTX; weitere ATC-Codes: M01CX01, L01BA01
|
L04AX03 | |
| IMMUNSUPPRESSIVA | ||
|---|---|---|
|
Orencia®
|
L04AA24 | |
|
Humira®, Imraldi®, Halimatoz®, Hefiya®, Hulio®, Hyrimoz®, Idacio®, Amsparity®
|
L04AB04 | |
|
Kineret®
|
L04AC03 | |
|
Otezla®
|
L04AA32 | |
|
Azafalk®, Imurek, Jayempi
|
L04AX01 | |
|
Olumiant®
|
L04AA37 | |
|
Simulect®
|
L04AC02 | |
|
Benlysta®
|
L04AG04 | |
|
Ilaris®
|
L04AC08 | |
|
Sandimmun®, Immunosporin, Syn: CSA, Cyclosporin
|
L04AD01 | |
|
Soliris®
|
L04AJ01 | |
|
Enbrel® , Benepali® , Erelzi®
|
L04AB01 | |
|
Afinitor®, Certican®, Votubia®
|
L04AH02 | |
|
Gilenya®
|
L04AE01 | |
|
Gobivaz, Simponi®
|
L04AB06 | |
|
Taltz®
|
L04AC13 | |
|
Arava®
|
L04AA13 | |
|
Lantarel®, Metex®, Nordimet®, Trexject®; Syn: MTX; weitere ATC-Codes: M01CX01, L01BA01
|
L04AX03 | |
|
Cellcept®, Myfenax®, Mowel®, Myclausen; Syn: MMF, Mycophenolat, Mycophenolsäure
|
L04AA06 | |
|
Ultomiris®
|
L04AJ02 | |
|
Litfulo®
|
L04AF08 | |
|
Enspryng®
|
L04AC19 | |
|
Cosentyx®
|
L04AC10 | |
|
Rapamune®
|
L04AH01 | |
|
Advagraf®, Prograf®, Modigraf®, Crilomus®, Envarsus®, Dailiport®, Tacni®, Tacpan®, Tacro-cell®
|
L04AD02 | |
|
Aubagio®
|
L04AA31 | |
|
RoActemra®
|
L04AC07 | |
|
Xeljanz®
|
L04AF01 | |
|
Rinvoq®
|
L04AA44 | |
|
Fymskina, Imuldosa, Otulfi, Stelara®
|
L04AC05 | |
| Sphingosin-1-phosphat (S1P)-Rezeptor-Modulatoren | ||
|---|---|---|
|
Gilenya®
|
L04AE01 | |
| Janus-assoziierte Kinase (JAK)-Inhibitoren | ||
|---|---|---|
|
Litfulo®
|
L04AF08 | |
|
Xeljanz®
|
L04AF01 | |
| Monoklonale Antikörper | ||
|---|---|---|
|
Benlysta®
|
L04AG04 | |
| Mammalian target of rapamycin (mTOR)-Kinase-Inhibitoren | ||
|---|---|---|
|
Afinitor®, Certican®, Votubia®
|
L04AH02 | |
|
Rapamune®
|
L04AH01 | |
| Komplement-Inhibitoren | ||
|---|---|---|
|
Soliris®
|
L04AJ01 | |
|
Ultomiris®
|
L04AJ02 | |