Fosphenytoin ist ein Prodrug von Phenytoin und dementsprechend sind seine antikonvulsiven Wirkungen auf Phenytoin zurückzuführen. Zu den pharmakologischen und toxikologischen Wirkungen von Fosphenytoin-Dinatrium gehören die von Phenytoin. Die zellulären Mechanismen von Phenytoin, von denen angenommen wird, dass sie für seine krampflösenden Wirkungen verantwortlich sind, umfassen die Modulation von spannungsabhängigen Natriumkanälen von Neuronen, die Hemmung des Kalziumflusses über neuronale Membranen, die Modulation von spannungsabhängigen Kalziumkanälen von Neuronen und die Steigerung der Natrium-Kalium-ATPase-Aktivität von Neuronen und Gliazellen. Die Modulation von Natriumkanälen kann ein primärer krampflösender Mechanismus sein, da diese Eigenschaft neben Phenytoin auch mit mehreren anderen Antikonvulsiva geteilt wird.
Begrenzte Studien bei Kindern (5 bis 10 Jahre), die Fosphenytoin erhielten, haben ähnliche Konzentrations-Zeit-Profile von Fosphenytoin und Phenytoin gezeigt wie bei erwachsenen Patienten, die vergleichbare Dosen in mg PE/kg erhielten. [SmPC Fophenytoin Desitin]
Injektions-/Infusionslösung 75 mg/mL
Die im Handel befindlichen Präparate enthalten Fosphenytoin in Form von Fosphenytoin-Dinatrium. Die Angabe der Wirkstoffkonzentration auf der Verpackung und die Arzneimittelbezeichnung beziehen sich auf Fosphenytoin-Dinatrium. Die Dosierungen beziehen sich auf Phenytoin-Natrium-Äquivalente (PE).
Umrechnung: 1 mg Phenytoin-Natrium(-Äquivalente) (PE) ≙ 1,5 mg Fosphenytoin-Dinatrium
Präparat im Handel:
| Präparat | Darreichungsform | Stärke (Phenytoin-Natrium-Äquivalente) | Applikationsweg | Natriumgehalt | Problematische Hilfsstoffe | Anwendungshinweis | Schulungsmaterial | Altersangabe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fosphenytoin Desitin® | Injektions-/Infusionslösung | 50 mg/mL (≙ 75 mg/mL Fosphenytoin-Dinatrium) - die 2-ml-Durchstechflasche enthält 100 mg PE - die 10-ml-Durchstechflasche enthält 500 mg PE |
intravenös (Infusion) (i.m. Injektion: nur Erwachsene) |
8,5 mg/mL | - | Verdünnung gemäß Fachinformation mit 5 %iger Glukose-Injektionslösung oder 0,9 %iger Natriumchlorid-Injektionslösung. Max. Endkonzentration 1,5 - 25 mg PE/mL. | Bfarm Schulungsmaterial (Dosieranleitung bei Status epilepticus für Kinder ab 5 Jahren) | ab 5 Jahren |
Die Fachinformation wurde am 08.09.2026 aufgerufen.
Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)
Niedrigere Aufsättigungsdosis und/oder Infusionsgeschwindigkeit sowie eine niedrigere oder weniger häufige Erhaltungsdosis können ausreichend sein. Eine Reduzierung der Dosis oder Infusionsgeschwindigkeit um 10 bis 25 % kann erwogen werden. (Gilt nicht bei Status epilepticus.) [SmPC Fospenytoin Desitin]
Die Gesamtinzidenz und die Arten von Nebenwirkungen in kontrollierten klinischen Studien mit intravenöser Gabe von Fosphenytoin bei Kindern und Jugendlichen mit Epilepsie oder neurochirurgischen Patienten waren bei Kindern und bei Erwachsenen, die mit Fosphenytoin behandelt wurden, ähnlich. Bei 96 Patienten (Neugeborene bis zum Alter von 16 Jahren) mit intravenösem Fosphenytoin traten die folgenden Nebenwirkungen mit einer Häufigkeit von mehr als 5 % auf: Erbrechen (20,8 %), Nystagmus (17,7 %), Ataxie (10,4 %), Fieber (8,3 %), Nervosität (7,3 %), Pruritus (6,3 %), Somnolenz (6,3 %), Hypotonie (5,2 %) und Hautausschlag (5,2 %). [SmPC Fosphenytoin Desitin]
Sehr häufig (>10 %): Nystagmus, Schwindel, Pruritus
Häufig (1-10 %): euphorische Stimmung, Parästhesien, Ataxie, Somnolenz, Kopfschmerzen, Tremor, abnormale Koordination, Dysgeusie, Stupor, Dysarthrie, verschwommenes Sehen, Sehschwäche, Tinnitus, Schwindel, Vasodilatation, Hypotonie, Übelkeit, trockener Mund, Erbrechen, Ekchymose, Reaktion an der Injektionsstelle, Schmerzen an der Injektionsstelle, Asthenie, Schüttelfrost
Gelegentlich (0,1-1 %): Nervosität, Verwirrtheitszustand, abnormes Denken, Hypästhesie, erhöhte Reflexe, Hyporeflexie, Diplopie, Hypoakusis, Herzstillstand, Hypästhesie der Zunge, Hautausschlag, andere schwerwiegendere und seltenere Formen waren bullöse, exfoliative oder purpurartige Dermatitis, Lupus erythematodes, Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse, Muskelschwäche, Muskelzuckungen, Muskelkrämpfe
Häufigkeit nicht bekannt: Leukopenie, Granulozytopenie, Agranulozytose, Panzytopenie mit oder ohne Knochenmarksuppression, Thrombozytopenie, aplastische Anämie, Lymphadenopathie (einige dieser Fälle verliefen tödlich); anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktion, Hypersensitivitätssyndrom, Periarteriitis nodosa, Immunglobulinanomalien, Angioödem, Hyperglykämie, Appetitstörung, extrapyramidales Syndrom, Dyskinesie einschließlich Chorea, Dystonie und Asterixis ähnlich wie bei Phenothiazinen oder anderen Neuroleptika, Schläfrigkeit, motorisches Zucken, Insomnie, tonische Anfälle, bei Patienten, die eine Langzeittherapie mit Phenytoin erhielten, wurde eine überwiegend sensorische periphere Polyneuropathie beobachtet, die Inzidenz und Schwere von Nebenwirkungen im Zusammenhang mit dem ZNS und sensorischen Störungen waren bei höheren Dosen und Geschwindigkeiten größer, schwere kardiotoxische Reaktionen mit atrialer und ventrikulärer Leitungsdepression (einschließlich Bradykardie und Herzblock aller Grade), Kammerflimmern und kardiovaskulärem Kollaps, Pneumonitis, Veränderungen der Atemfunktion einschließlich Atemstillstand (einige dieser Ereignisse verliefen tödlich), Gingivahyperplasie, Obstipation, toxische Hepatitis, hepatozelluläre Schädigung, Hirsutismus, Hypertrichose, Vergröberung der Gesichtszüge, Vergrößerung der Lippen, Peyronie-Krankheit, Dupuytren-Kontraktur, akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) und Urtikaria, systemischer Lupus erythematodes, Polyarthritis, Purple-Glove-Syndrom, interstitielle Nephritis, Wärmegefühl oder Kribbeln in der Leistengegend
Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
Haben Sie den Verdacht auf eine Nebenwirkung?
Die Meldung ist sehr wichtig, um das Nutzen-Risiko-Verhältnis eines Arzneimittels ständig zu überwachen. Das gilt besonders, wenn Medikamente bei Kindern außerhalb der zugelassenen Anwendung (off-label) eingesetzt werden.
Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
Intravenöse Infusionsgeschwindigkeit: Fosphenytoin sollte aufgrund des Risikos einer kardiovaskulären Toxizität bei Kindern ab 5 Jahren mit einer Geschwindigkeit von nicht mehr als 3 mg PE/kg/min oder 150 mg PE/min verabreicht werden, je nachdem, was langsamer ist.
Dosierungsfehler: In einigen Fällen waren Überdosierungen mit tödlichen Folgen verbunden, auch bei Kindern unter 5 Jahren.
EKG, Blutdruck und Atemfunktion Überwachung insbesondere während und insbesondere in den ersten 30 min nach Infusion. Grund: Schwere kardiale Komplikationen wurden bei Kindern (insbesondere Säuglingen) nach Verabreichung von Fosphenytoin berichtet. Kardiale unerwünschte Ereignisse wurden auch bei Kindern ohne zugrunde liegende Herzerkrankung oder Komorbiditäten und bei empfohlenen Dosen und Infusionsgeschwindigkeiten berichtet. Daher ist bei der Verabreichung von intravenösen Aufsättigungsdosen von Fosphenytoin eine sorgfältige kardiale (sowie respiratorische) Überwachung erforderlich.
[SmPC Fosphenytoin Desitin]
Beachte: Rote-Hand-Brief vom 04.05.2026 (Rote-Hand-Brief zu Fospheytoin Desitin®: Aktualisierte Empfehlungen, um das Risiko von Off-Label Anwendungen bei Kindern unter 5 Jahren zu minimieren): Fosphenytoin Desitin 75 mg/ml Infusions-/Injektionslösung ist nicht zur Anwendung bei Kindern unter 5 Jahren indiziert und sollte dieser Patientengruppe nicht verabreicht werden.
Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.
Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.
In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.
| Barbiturate und Derivate | ||
|---|---|---|
|
Luminaletten®, Luminal®
|
N03AA02 | |
|
Liskantin®, Mylepsinum®
|
N03AA03 | |
| Hydantoin-Derivate | ||
|---|---|---|
|
Phenhydan®
|
N03AB02 | |
| Succinimid-Derivate | ||
|---|---|---|
|
Petnidan®, Suxilep®
|
N03AD01 | |
| Benzodiazepin-Derivate | ||
|---|---|---|
|
Antelepsin®, Rivotril®
|
N03AE01 | |
| Carboxamid-Derivate | ||
|---|---|---|
|
Tegretal®, Timonil®
|
N03AF01 | |
|
Trileptal®, Apydan®, Timox®
|
N03AF02 | |
|
Inovelon®
|
N03AF03 | |
| Fettsäure-Derivate | ||
|---|---|---|
|
Convulex®, Ergenyl®, Orfiril®, Depakine; Syn: Natriumvalproat
|
N03AG01 | |
|
Sabril®, Kigabeq®
|
N03AG04 | |
| Andere Antiepileptika | ||
|---|---|---|
|
Briviact®
|
N03AX23 | |
|
Epidyolex®, Syn: CBD
|
N03AX24 | |
|
Taloxa®
|
N03AX10 | |
|
Fintepla®
|
N03AX26 | |
|
Vimpat®
|
N03AX18 | |
|
Lamictal®
|
N03AX09 | |
|
Keppra®, Kevesy®
|
N03AX14 | |
|
Fycompa®
|
N03AX22 | |
|
Lyrica®, Algecia®, PregaTab®
|
N03AX16 | |
|
Diacomit®
|
N03AX17 | |
|
Ospolot®
|
N03AX03 | |
|
Topamax®
|
N03AX11 | |
|
Zonegran®, Zonisol®
|
N03AX15 | |
| ANTIEPILEPTIKA | ||
|---|---|---|
|
Briviact®
|
N03AX23 | |
|
Epidyolex®, Syn: CBD
|
N03AX24 | |
|
Tegretal®, Timonil®
|
N03AF01 | |
|
Antelepsin®, Rivotril®
|
N03AE01 | |
|
Petnidan®, Suxilep®
|
N03AD01 | |
|
Taloxa®
|
N03AX10 | |
|
Fintepla®
|
N03AX26 | |
|
Vimpat®
|
N03AX18 | |
|
Lamictal®
|
N03AX09 | |
|
Keppra®, Kevesy®
|
N03AX14 | |
|
Trileptal®, Apydan®, Timox®
|
N03AF02 | |
|
Fycompa®
|
N03AX22 | |
|
Luminaletten®, Luminal®
|
N03AA02 | |
|
Phenhydan®
|
N03AB02 | |
|
Lyrica®, Algecia®, PregaTab®
|
N03AX16 | |
|
Liskantin®, Mylepsinum®
|
N03AA03 | |
|
Inovelon®
|
N03AF03 | |
|
Diacomit®
|
N03AX17 | |
|
Ospolot®
|
N03AX03 | |
|
Topamax®
|
N03AX11 | |
|
Convulex®, Ergenyl®, Orfiril®, Depakine; Syn: Natriumvalproat
|
N03AG01 | |
|
Sabril®, Kigabeq®
|
N03AG04 | |
|
Zonegran®, Zonisol®
|
N03AX15 | |
Therapeutische Konzentration: 10 - 20 mg/L (Gesamtphenytoin); 1 - 2 mg/L (freies Phenytoin)
Toxische Konzentration: >20 mg/L (Gesamtphenytoin); >2 mg/L (freies Phenytoin)