Adalimumab

Wirkstoff
Adalimumab
Handelsname
Amgevita®, Amsparity®, Hukyndra®, Hulio®, Humira®, Hyrimoz®, Idacio®, Imraldi®, Yuflyma®
ATC-Code
L04AB04

Zulassung
Dosierungsempfehlungen

Präparate
Pharmakodynamik und -kinetik
Nierenfunktionsstörungen
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Adalimumab gehört zu der Gruppe der Immunsuppressiva, genauer der Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha) - Inhibitoren. Adalimumab bindet spezifisch an TNF und neutralisiert dessen biologische Funktion, indem es die Interaktion mit den zellständigen p55- und p75-TNF-Rezeptoren blockiert. Adalimumab beeinflusst weiterhin biologische Reaktionen, die durch TNF ausgelöst oder gesteuert werden, einschließlich der Veränderungen der Konzentrationen von für die Leukozytenmigration verantwortlichen Adhäsionsmolekülen (ELAM-1, VCAM-1 und ICAM-1 mit einem IC50 von 0,1 – 0,2 nM).

Pharmakokinetik bei Kindern

Die folgenden kinetischen Parameter wurden bei 10 Patienten mit fokaler segmentaler Glomerulosklerose (FSGS) (6 bis 36 Jahre) ermittelt, hierunter 7 Kinder [Joy 2010]:

  Einfache Dosis Steady-state
Tmax 55 Stunden 34,2 Stunden
Cmax 9,2 µg/ml 12,8 µg/ml
T1/2 159 Stunden 273 Stunden
Cl/F 20,2 ml/h 53,2 ml/h
V/F 3,5 l 6,6 l

 

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Morbus Crohn
    • subkutan
      • ≥6 Jahre bis <18 Jahre: zugelassen
  • Colitis Ulcerosa
    • subkutan
      • ≥6 Jahre bis <18 Jahre: zugelassen
  • Polyartikuläre Juvenile Idiopathische Arthritis

    • subkutan
      • ≥0 Jahre bis <2 Jahre: off-label
      • ≥2 Jahre bis <18 Jahre, ≥10 kg: zugelassen
  • Enthesitis-assoziierte Arthritis
    • subkutan
      • ≥0 Jahre bis <6 Jahre: off-label
      • ≥6 Jahre bis <18 Jahre, ≥15 kg: zugelassen
  • Plaque-Psoriasis
    • subkutan
      • ≥0 Jahre bis <4 Jahre: off-label
      • ≥4 Jahre bis <18 Jahre, ≥15 kg: zugelassen
  • Uveitis
    •  subkutan
      • ≥0 Jahre bis <2 Jahre: off-label
      • ≥2 Jahre bis <18 Jahre: zugelassen
  • Akne inversa (Hidradenitis suppurativa)
    • subkutan
      • ≥12 Jahre bis <18 Jahre, ≥30 kg: zugelassen
  • Andere autoinflammatorische Erkrankungen, die nicht auf die konventionelle Therapie ansprechen, u.a. Sarkoidose, Blau-Syndrom, chronisch rezidivierende multifokale Osteomyelitis (CRMO)/Synovitis, Akne, Pustulose, Hyperostose und Ostitis (SAPHO-Syndrom), persistierende oligoartikuläre juvenile idiopathische Arthritis
    • subkutan
      • ≥0 Jahre bis <18 Jahre: off-label

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Subkutan zur Behandlung des mittelschweren bis schweren, aktiven Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen (ab dem Alter von 6 Jahren), die nur unzureichend auf eine konventionelle Therapie, einschließlich primärer Ernährungstherapie und einem Kortikosteroid und/oder einem Immunsuppressivum, angesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit gegenüber einer solchen Therapie haben oder bei denen eine solche Therapie kontraindiziert ist.

Kinder unter 6 Jahren:
Es gibt in dieser Indikation keinen relevanten Nutzen von Adalimumab bei Kindern, die jünger als 6 Jahre sind.

Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren (<40 kg):
Anfangsdosis
40 mg in Woche 0 und 20 mg in Woche 2. In Fällen, in denen ein schnelleres Ansprechen auf die Therapie erforderlich ist, kann – unter Berücksichtigung, dass bei einer höheren Induktionsdosis auch das Risiko für Nebenwirkungen höher sein können - 80 mg in Woche 0 und 40 mg in Woche 2 erwogen werden.
Erhaltungsdosis
20 mg jede zweite Woche beginnend in Woche 4. Patienten, die unzureichend ansprechen, können unter Umständen von einer Erhöhung der Dosierung auf 20 mg jede Woche profitieren.

Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren (≥40 kg):
Anfangsdosis
80 mg in Woche 0 und 40 mg in Woche 2. In Fällen, in denen ein schnelleres Ansprechen auf die Therapie erforderlich ist, kann – unter Berücksichtigung, dass bei einer höheren Induktionsdosis auch das Risiko für Nebenwirkungen höher sein können - 160 mg in Woche 0 und 80 mg in Woche 2 erwogen werden.
Erhaltungsdosis
40 mg jede zweite Woche beginnend in Woche 4. Patienten, die unzureichend ansprechen, können unter Umständen von einer Erhöhung der Dosierung auf 40 mg jede Woche oder 80 mg jede 2. Woche profitieren.

Subkutan zur Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven Colitis ulcerosa bei Kindern und Jugendlichen (ab dem Alter von 6 Jahren), die nur unzureichend auf eine konventionelle Therapie, einschließlich Kortikosteroiden und/oder 6-Mercaptopurin (6-MP) oder Azathioprin (AZA), angesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit gegenüber einer solchen Therapie haben oder bei denen eine solche Therapie kontraindiziert ist.

Kinder unter 6 Jahren:
Es gibt in dieser Indikation keinen relevanten Nutzen von Adalimumab bei Kindern, die jünger als 6 Jahre sind.

Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren (<40 kg): 
Anfangsdosis
80 mg in Woche 0 und 40 mg in Woche 2.
Erhaltungsdosis
40 mg jede zweite Woche beginnend in Woche 4. 

Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren (≥40 kg):
Anfangsdosis
160 mg in Woche 0 (verabreicht als zwei Injektionen von 80 mg innerhalb eines Tages oder als eine Injektion von 80 mg pro Tag an zwei aufeinanderfolgenden Tagen) und 80 mg in Woche 2.
Erhaltungsdosis
80 mg jede zweite Woche beginnend in Woche 4. 

Subkutan zur Behandlung der aktiven polyartikulären juvenilen idiopathischen Arthritis in Kombination mit Methotrexat bei Patienten ab dem Alter von 2 Jahren, die nur unzureichend auf ein oder mehrere krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) angesprochen haben. Adalimumab kann im Falle einer Unverträglichkeit gegenüber Methotrexat oder, wenn die weitere Behandlung mit Methotrexat nicht sinnvoll ist, als Monotherapie angewendet werden.

Kinder unter 2 Jahren:
Es gibt in dieser Indikation keinen relevanten Nutzen von Adalimumab bei Kindern, die jünger als 2 Jahre sind.

Kinder und Jugendliche ab 2 Jahren (≥10 bis <30 kg):
20 mg jede 2. Woche

Kinder und Jugendliche ab 2 Jahren (≥30 kg):
40 mg jede 2. Woche

Die verfügbaren Daten weisen darauf hin, dass ein klinisches Ansprechen üblicherweise innerhalb von 12 Behandlungswochen erreicht wird. Die Fortsetzung der Therapie sollte bei einem Patienten, der innerhalb dieser Zeitspanne nicht anspricht, nochmals sorgfältig überdacht werden.

Subkutan zur Behandlung der aktiven Enthesitis-assoziierten Arthritis bei Patienten, die 6 Jahre und älter sind und die nur unzureichend auf eine konventionelle Therapie angesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit gegenüber einer solchen Therapie haben

Kinder unter 6 Jahren:
Adalimumab wurde bei Patienten mit Enthesitis-assoziierter Arthritis, die jünger als 6 Jahre sind, nicht untersucht.

Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren (≥15 bis <30 kg):
20 mg jede 2. Woche

Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren (≥30 kg):
40 mg jede 2. Woche

Subkutan zur Behandlung der schweren chronischen Plaque-Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen ab dem Alter von 4 Jahren, die nur unzureichend auf eine topische Therapie und Phototherapien angesprochen haben oder für die diese Therapien nicht geeignet sind.

Kinder unter 4 Jahren:
Es gibt in dieser Indikation keinen relevanten Nutzen von Adalimumab bei Kindern, die jünger als 4 Jahre sind.

Kinder und Jugendliche ab 4 Jahren (≥15 bis <30 kg):
Anfangsdosis von 20 mg, gefolgt von 20 mg jede 2. Woche, beginnend 1 Woche nach der Anfangsdosis. Die Fortsetzung der Therapie länger als 16 Wochen sollte bei Patienten, die innerhalb dieser Zeitspanne nicht ansprechen, sorgfältig abgewogen werden.

Kinder und Jugendliche ab 4 Jahren (≥30 kg):
Anfangsdosis von 40 mg, gefolgt von 40 mg jede 2. Woche, beginnend 1 Woche nach der Anfangsdosis. Die Fortsetzung der Therapie länger als 16 Wochen sollte bei Patienten, die innerhalb dieser Zeitspanne nicht ansprechen, sorgfältig abgewogen werden.

Subkutan zur Behandlung der chronischen nicht infektiösen Uveitis anterior bei Kindern und Jugendlichen ab dem Alter von 2 Jahren, die unzureichend auf eine konventionelle Therapie angesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit gegenüber einer solchen Therapie haben oder für die eine konventionelle Therapie nicht geeignet ist.

Kinder unter 2 Jahren:
Für diese Indikation gibt es bei Kindern, die jünger als 2 Jahre sind, keine relevante Anwendung von Adalimumab.

Kinder und Jugendliche ab 2 Jahren (<30 kg):
Induktionsdosis
Eine Woche vor Beginn der Erhaltungstherapie kann eine Induktionsdosis von 40 mg verabreicht werden.
Erhaltungsdosis
20 mg jede 2. Woche in Kombination mit Methotrexat.

Kinder und Jugendliche ab 2 Jahren (≥30 kg):
Induktionsdosis
Eine Woche vor Beginn der Erhaltungstherapie kann eine Induktionsdosis von 80 mg verabreicht werden.
Erhaltungsdosis
40 mg jede 2. Woche in Kombination mit Methotrexat.

Subkutan bei Hidradenitis suppurativa (Acne inversa)

Kinder unter 12 Jahren:
Es gibt in dieser Indikation keinen relevanten Nutzen von Adalimumab bei Kindern, die jünger als 12 Jahre sind.

Jugendliche ab 12 Jahren (≥30 kg):
Anfangsdosis
80 mg in Woche 0.
Erhaltungsdosis
40 mg jede 2. Woche ab Woche 1. Bei Patienten, die unzureichend auf 40 mg Adalimumab jede 2. Woche ansprechen, kann eine Erhöhung der Dosierung auf 40 mg jede Woche oder 80 mg jede 2. Woche erwogen werden. Eine Fortsetzung der Therapie länger als 12 Wochen sollte sorgfältig abgewogen werden bei Patienten, die innerhalb dieser Zeitspanne keine Verbesserung zeigen.

weitere zugelassene Indikationen bei Erwachsenen:
- Rheumatoide Arthritis
- Axiale Spondyloarthritis
- Psoriasis-Arthritis
- Psoriasis

[Ref.]

Präparate im Handel

Injektionslösung in einer Fertigspritze 20 mg/0,2 mL, 40 mg/0,4 mL,  80 mg/0,8 mL
Injektionslösung in einem Fertigpen 40 mg/0,4 mL, 80 mg/0,8 mL

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.

Präparate im Handel (ausgewählte Beispiele):

Präparat Darreichungsform Stärke (Adalimumab) Applikationsweg Natriumgehalt Problematische Hilfsstoffe Anwendungshinweis Altersangabe
Humira® Injektionslösung in einer Fertigspritze 20 mg 
40 mg
80 mg
subkutan k.A. Polysorbat 80 Anwendung gemäß Packungsbeilage siehe Zulassung
Humira® Injektionslösung im Fertigpen 40 mg
80 mg
subkutan k.A. Polysorbat 80 Anwendung gemäß Packungsbeilage siehe Zulassung


k.A.: keine Angabe

Die Fachinformationen wurden am 01.07.2026 aufgerufen.

Neben den aufgeführten Präparaten befinden sich diverse weitere Fertigarzneimittel im Handel.

Lieferengpässe/weitere praktische Informationen

Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)

Dosierungsempfehlungen

Gehe zu:

Morbus Crohn
  • Subkutan
    • ≥ 6 Jahre und < 40 kg
      [1]
      • Initialdosis:
        Woche 0: 40 mg/Dosis
        Woche 2: 20 mg/Dosis
        Wenn ein schnelles Therapieansprechen erforderlich ist:
        Woche 0: 80 mg/Dosis
        Woche 2: 40 mg/Dosis

        Erhaltungsdosis: ab Woche 4: 20 mg/Dosis 1 x alle 2 Wochen

      • Bei unzureichendem Ansprechen kann die Frequenz der Erhaltungsdosis auf 20 mg 1 x pro Woche erhöht werden.

    • ≥ 40 kg
      [1]
      • Initialdosis:
        Woche 0: 80 mg/Dosis
        Woche 2: 40 mg/Dosis
        Wenn ein schnelles Therapieansprechen erforderlich ist:
        Woche 0: 160 mg/Dosis
        Woche 2: 80 mg/Dosis

        Erhaltungsdosis: ab Woche 4: 40 mg/Dosis 1 x alle 2 Wochen

      • Bei unzureichendem Ansprechen kann die Frequenz der Erhaltungsdosis auf 40 mg 1 x pro Woche oder 80 mg 1 x alle 2 Wochen erhöht werden.

Colitis Ulcerosa
  • Subkutan
    • ≥ 6 Jahre und < 40 kg
      [15] [17] [18]
      • Initialdosis: Woche 0: 80 mg/Dosis, einmalig.
      • Erhaltungsdosis: Ab Woche 2: 40 mg/Dosis 1 x alle 2 Wochen.
    • ≥ 40 kg
      [15] [17] [18]
      • Initialdosis: Woche 0: 160 mg/Dosis, einmalig. Initialdosis in 2 Dosen (je 80 mg) an einem Tag oder an 2 aufeinanderfolgenden Tagen verabreichen.
      • Erhaltungsdosis: Ab Woche 2: 80 mg/Dosis 1 x alle 2 Wochen.
Polyartikuläre Juvenile Idiopathische Arthritis, Enthesitis-assoziierte Arthritis, Psoriasis, Uveitis
  • Subkutan
    • < 30 kg
      [1] [2] [7] [10] [13]
      • 20 mg/Dosis 1 x alle 2 Wochen.
      • Uveitis: 1 Woche vor Beginn der Erhaltungstherapie kann eine Initialdosis von 40 mg/Dosis, einmalig verabreicht werden.
        Plaque Psoriasis: zwischen den 1. beiden Dosen nur 1 Woche Abstand

        teilweise off-label (siehe Zulassung)

    • ≥ 30 kg
      [1] [2] [7] [10] [13] [14]
      • 40 mg/Dosis 1 x alle 2 Wochen.
      • Uveitis: 1 Woche vor Beginn der Erhaltungstherapie kann eine Initialdosis von 80 mg/Dosis, einmalig verabreicht werden.
        Plaque Psoriasis: zwischen den 1. beiden Dosen nur 1 Woche Abstand

Akne inversa (Hidradenitis suppurativa)
  • Subkutan
    • 12 Jahre bis 18 Jahre und ≥ 30 kg
      [1]
      • Initialdosis:Woche 0: 80 mg/Dosis
        Erhaltungsdosis: ab Woche 1: 40 mg/Dosis 1 x alle 2 Wochen

      • Bei unzureichendem Ansprechen kann die Erhaltungsdosis auf 40 mg 1 x pro Woche oder 80 mg 1 x alle 2 Wochen erhöht werden.

Andere autoinflammatorische Erkrankungen, die nicht auf die konventionelle Therapie ansprechen, u.a. Sarkoidose, Blau-Syndrom, chronisch rezidivierende multifokale Osteomyelitis (CRMO)/Synovitis, Akne, Pustulose, Hyperostose und Ostitis (SAPHO-Syndrom), persistierende oligoartikuläre juvenile idiopathische Arthritis
  • Subkutan
    • < 30 kg
      [3] [4] [5] [9] [12]
      • 20 mg/Dosis 1 x alle 2 Wochen.
      • Es gibt wenig Evidenz für die Anwendung von Adalimumab bei Kindern mit diesen Erkrankungen. Behandlung durch oder nach Rücksprache mit fachärztlichem Personal (mit dem Schwerpunkt Rheumatologie), das Erfahrung mit der Anwendung von Adalimumab in diesen Indikationen hat.

        off-label

    • ≥ 30 kg
      [3] [4] [5] [9]
      • 40 mg/Dosis 1 x alle 2 Wochen.
      • Es gibt wenig Evidenz für die Anwendung von Adalimumab bei Kindern mit diesen Erkrankungen. Behandlung durch oder nach Rücksprache mit fachärztlichem Personal (mit dem Schwerpunkt Rheumatologie), das Erfahrung mit der Anwendung von Adalimumab in diesen Indikationen hat.

        off-label

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Warzen, Gewichtszunahme, Müdigkeit, Morbus Crohn, Osteoporose, atypische Zervixzellen [Tarkiainen 2015]. Es sind Fälle beschrieben, bei denen Kinder während der Anwendung von Adalimumab psoriatische Plaques entwickelten. [Perman 2012]

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Sehr häufig (>10 %): Infektionen des Respirationstraktes (einschließlich des unteren und oberen Respirationstraktes, Pneumonie, Sinusitis, Pharyngitis, Nasopharyngitis und virale Herpespneumonie), Leukopenie (einschließlich Neutropenie und Agranulozytose), Anämie, erhöhte Blutfettwerte, Kopfschmerzen, Abdominalschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Erhöhung der Leberenzyme, Hautausschlag (einschließlich schuppender Hautausschlag), muskuloskelettale Schmerzen, Reaktion an der Injektionsstelle (einschließlich Erytheme an der Injektionsstelle)

Häufig (1-10 %): systemische Infektionen (einschließlich Sepsis, Candidiasis und Influenza), intestinale Infektionen (einschließlich viraler Gastroenteritis), Haut- und Weichteilinfektionen (einschließlich Paronychie, Zellgewebsentzündung, Impetigo, nekrotisierender Fasciitis und Herpes zoster), Ohrinfektionen, Mundinfektionen (einschließlich Herpes simplex, Mundherpes und Zahninfektionen), Genitaltraktinfektionen (einschließlich vulvovaginaler Pilzinfektion), Harnwegsinfektionen (einschließlich Pyelonephritis), Pilzinfektionen, Gelenkinfektionen, Hautkrebs außer Melanom (einschließlich Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom), gutartiges Neoplasma, Leukozytose, Thrombozytopenie, Überempfindlichkeit, Allergien (einschließlich durch Jahreszeiten bedingte Allergie), Hypokaliämie, erhöhte Harnsäurewerte, abweichende Natriumwerte im Blut, Hypokalzämie, Hyperglykämie, Hypophosphatämie, Dehydratation, Stimmungsschwankungen (einschließlich Depression), Ängstlichkeit, Schlaflosigkeit, Parästhesie (einschließlich Hypästhesie), Migräne, Nervenwurzelkompression, eingeschränktes Sehvermögen, Konjunktivitis, Blepharitis, Anschwellen des Auges, Schwindel, Tachykardie, Hypertonie, Hitzegefühl, Hämatome, Asthma, Dyspnoe, Husten, Blutungen im Gastrointestinaltrakt, Dyspepsie, gastroösophageale Refluxkrankheit, Sicca-Syndrom, Verschlechterung oder neuer Ausbruch von Psoriasis (einschließlich palmoplantarer pustulöser Psoriasis), Urtikaria, Blutergüsse (einschließlich Purpura), Dermatitis (einschließlich Ekzem), Onychoclasis (Brechen der Nägel), Hyperhidrose, Alopezie, Pruritus, Muskelkrämpfe (einschließlich Erhöhung der Blut-Kreatinphosphokinase), eingeschränkte Nierenfunktion, Hämaturie, Brustschmerzen, Ödeme, Fieber, HäufigKoagulations- und Blutungsstörungen (einschließlich Verlängerung der partiellen Thromboplastinzeit), positiver Nachweis von Autoantikörpern (einschließlich doppelsträngiger DNA-Antikörper), erhöhte Blutwerte für Lactatdehydrogenase, beeinträchtigte Wundheilung

Gelegentlich (0,1-1 %): neurologische Infektionen (einschließlich viraler Meningitis), opportunistische Infektionen und Tuberkulose (einschließlich Kokzidioidomykose, Histoplasmose und komplexe Infektion durch Mycobacterium avium),
bakterielle Infektionen, Augeninfektionen, Divertikulitis), Lymphom, solide Organtumoren (einschließlich Brustkrebs, Lungentumor und Schilddrüsentumor), Melanom, idiopathische thrombozytopenische Purpura, Sarkoidose, Vaskulitis, zerebrovaskuläre Zwischenfälle, Tremor, Neuropathie, Doppeltsehen, Taubheit, Tinnitus, Myokardinfarkt, Arrhythmie, dekompensierte Herzinsuffizienz, Aortenaneurysma, arterieller Gefäßverschluss, Thrombophlebitis, Lungenembolie, interstitielle Lungenerkrankung, chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, Pneumonitis, Pleuraerguss, Pankreatitis, Dysphagie, Gesichtsödeme, Cholecystitis und Cholelithiasis, Fettleber, erhöhte Bilirubinwerte, nächtliches Schwitzen,
Narbenbildung, Rhabdomyolyse, systemischer Lupus erythematodes, Nykturie, erektile Dysfunktion, Entzündung

Selten (0,01-0,1 %): Leukämie, Panzytopenie, Anaphylaxie, multiple Sklerose, demyelinisierende Erkrankungen (z. B. Optikusneuritis, Guillain-Barré-Syndrom), Herzstillstand, Lungenfibrose, Darmwandperforation, Hepatitis, Reaktivierung einer Hepatitis B, Autoimmunhepatitis, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, Angioödem, kutane Vaskulitis, lichenoide Hautreaktion, lupusähnliches Syndrom

Häufigkeit nicht bekannt: hepatosplenales T-Zell-Lymphom, Merkelzellkarzinom (neuroendokrines Karzinom der Haut), Kaposi-Sarkom, Leberversagen, Verschlechterung der Symptome einer Dermatomyositis, Gewichtszunahme

Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

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Haben Sie den Verdacht auf eine Nebenwirkung?

Die Meldung ist sehr wichtig, um das Nutzen-Risiko-Verhältnis eines Arzneimittels ständig zu überwachen. Das gilt besonders, wenn Medikamente bei Kindern außerhalb der zugelassenen Anwendung (off-label) eingesetzt werden.

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Kontraindikationen allgemein

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile
  • aktive Tuberkulose oder andere schwere Infektionen wie Sepsis und opportunistische Infektionen
  • mäßige bis schwere Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse III/IV)

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (bis 22 Jahre), die mit TNF-Antagonisten behandelt wurden, wurden maligne Erkrankungen, von denen einige tödlich waren, berichtet. Annähernd die Hälfte der Fälle waren Lymphome. Die anderen Fälle stellten eine Vielfalt verschiedener maligner Erkrankungen dar und umfassten auch seltene maligne Erkrankungen, die üblicherweise mit Immunsuppression in Verbindung gebracht werden. Bei Kindern und Jugendlichen kann unter der Behandlung mit TNF-Antagonisten ein Risiko für die Entwicklung maligner Erkrankungen nicht ausgeschlossen werden. [SmPC Humira]

Bei Kindern und Jugendlichen wird empfohlen, nach Möglichkeit vor Therapiebeginn mit Adalimumab alle Immunisierungen in Übereinstimmung mit den gegenwärtigen Richtlinien auf den aktuellen Stand zu bringen.
Es wird empfohlen, Säuglinge, die in utero Adalimumab ausgesetzt waren, nicht vor Ablauf von 5 Monaten nach der letzten Gabe von Adalimumab bei der Mutter während der Schwangerschaft mit Lebendimpfstoffen (z.B. BCG-Vakzine) zu impfen. [SmPC Humira]

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.

Wechselwirkungen

  • Allergenextrakte (z.B. aus Bienen-, Wespen oder Hornissengift): Schwerwiegende Folgen möglich - vorsichtshalber kontraindiziert.
  • Clozapin: Erhöhung des Risikos und/oder der Schwere von Granulozytopenien/Agranulozytosen durch additiven myelosuppressiven Effekt. Schwerwiegende Folgen möglich - vorsichtshalber kontraindiziert

  • Saccharomyces cerevisiae (boulardii): Schwerwiegende Folgen möglich - vorsichtshalber kontraindiziert

  • Bacillus Calmette-Guérin (BCG intravesikal): Verringerter therapeutischer Effekt von BCG möglich. Kontraindiziert.

  • Brivudin: verminderte virustatische Wirksamkeit von Brivudin durch Immunschwäche möglich. Schwerwiegende Folgen möglich - vorsichtshalber kontraindiziert.

  • Saccharomyces cerevisiae (boulardii): In Einzelfällen: Fungämien und generalisierte Hefeinfektionen beschrieben. Durch beeinträchtigte Infektabwehr schwerwiegende Folgen möglich - vorsichtshalber kontraindiziert.

  • Infliximab Verstärkte immunsuppressive Wirkung von Infliximab. Kombination vermeiden.

  • Pimecrolimus: Verstärkte immunsuppressive Wirkung von Adalimumab möglich. Kombination vermeiden.

  • Tacrolimus (topisch): Erhöhte Toxizität von Adalimumab möglich. Kombination vermeiden.

  • Lebend-Impfstoffe: Infektion durch den Impfkeim durch Beeinträchtigung der Immunantwort nicht auszuschließen. Verminderte Wirkung des Impfstoffs möglich. Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen.

  • Immunsuppressiva (Abatacept, Anakinra, Canakinumab): Erhöhtes Risiko schwerer Infektionen und/oder Neutropenien durch erhöhte Toxizität aufgrund additiver immunsuppressiver Effekte. Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen.

  • Fingolimod: Verstärkte immunsuppressive Wirkung von Fingolimod möglich. Therapieanpassung erwägen. Bei gleichzeitiger Anwendung engmaschig auf verstärkte Immunsuppression monitoren.

  • Tot-Impfstoffe: Verringerte Wirkung des Impfstoffs möglich. Empfohlene Impfungen 2 Wochen vor Beginn der Adalimumab-Therapie durchführen.

[Ref.]

Die vollständige Auflistung aller Interaktionen ist den aktuellen Fachinformationen und einschlägigen Wechselwirkungsdatenbanken zu entnehmen.

IMMUNSUPPRESSIVA

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Selektive Immunsuppressiva

Abatacept

Orencia®
L04AA24

Apremilast

Otezla®
L04AA32

Baricitinib

Olumiant®
L04AA37

Leflunomid

Arava®
L04AA13

Mycophenolatmofetil

Cellcept®, Mowel®, Myclausen, Myfenax®; Syn: MMF, Mycophenolat, Mycophenolsäure
L04AA06

Teriflunomid

Aubagio®
L04AA31

Upadacitinib

Rinvoq®
L04AA44
Tumornekrosefaktor alpha (TNF-alpha)-Inhibitoren

Etanercept

Enbrel® , Benepali® , Erelzi®
L04AB01

Golimumab

Gobivaz, Simponi®
L04AB06

Infliximab

Remicade®, Inflectra®, Remsima®, Zessly®, Flixabi®
L04AB02
Interleukin-Inhibitoren

Anakinra

Kineret®
L04AC03

Basiliximab

Simulect®
L04AC02

Canakinumab

Ilaris®
L04AC08

Ixekizumab

Taltz®
L04AC13

Satralizumab

Enspryng®
L04AC19

Secukinumab

Cosentyx®
L04AC10

Tocilizumab

RoActemra®
L04AC07

Ustekinumab

Fymskina, Imuldosa, Otulfi, Stelara®
L04AC05
Calcineurin-Inhibitoren

Ciclosporin A

Cicloral, Deximune, Immunosporin, Sandimmun, Syn: CSA, Cyclosporin
L04AD01

Tacrolimus

Advagraf®, Prograf®, Modigraf®, Crilomus®, Envarsus®, Dailiport®, Tacni®, Tacpan®, Tacro-cell®
L04AD02
Andere Immunsuppressiva

Azathioprin

Azafalk®, Imurek, Jayempi
L04AX01

Methotrexat

Lantarel®, Metex®, Nordimet®, Trexject®; Syn: MTX; weitere ATC-Codes: M01CX01, L01BA01
L04AX03
IMMUNSUPPRESSIVA

Abatacept

Orencia®
L04AA24

Anakinra

Kineret®
L04AC03

Apremilast

Otezla®
L04AA32

Azathioprin

Azafalk®, Imurek, Jayempi
L04AX01

Baricitinib

Olumiant®
L04AA37

Basiliximab

Simulect®
L04AC02

Belimumab

Benlysta®
L04AG04

Canakinumab

Ilaris®
L04AC08

Ciclosporin A

Cicloral, Deximune, Immunosporin, Sandimmun, Syn: CSA, Cyclosporin
L04AD01

Crovalimab

Piasky®
L04AJ07

Eculizumab

Soliris®
L04AJ01

Etanercept

Enbrel® , Benepali® , Erelzi®
L04AB01

Everolimus

Afinitor®, Certican®, Votubia®
L04AH02

Fingolimod

Gilenya®
L04AE01

Golimumab

Gobivaz, Simponi®
L04AB06

Infliximab

Remicade®, Inflectra®, Remsima®, Zessly®, Flixabi®
L04AB02

Ixekizumab

Taltz®
L04AC13

Leflunomid

Arava®
L04AA13

Methotrexat

Lantarel®, Metex®, Nordimet®, Trexject®; Syn: MTX; weitere ATC-Codes: M01CX01, L01BA01
L04AX03

Mycophenolatmofetil

Cellcept®, Mowel®, Myclausen, Myfenax®; Syn: MMF, Mycophenolat, Mycophenolsäure
L04AA06

Ravulizumab

Ultomiris®
L04AJ02

Ritlecitinib

Litfulo®
L04AF08

Satralizumab

Enspryng®
L04AC19

Secukinumab

Cosentyx®
L04AC10

Sirolimus

Rapamune®
L04AH01

Tacrolimus

Advagraf®, Prograf®, Modigraf®, Crilomus®, Envarsus®, Dailiport®, Tacni®, Tacpan®, Tacro-cell®
L04AD02

Teriflunomid

Aubagio®
L04AA31

Tocilizumab

RoActemra®
L04AC07

Tofacitinib

Xeljanz®
L04AF01

Upadacitinib

Rinvoq®
L04AA44

Ustekinumab

Fymskina, Imuldosa, Otulfi, Stelara®
L04AC05
Sphingosin-1-phosphat (S1P)-Rezeptor-Modulatoren

Fingolimod

Gilenya®
L04AE01
Janus-assoziierte Kinase (JAK)-Inhibitoren

Ritlecitinib

Litfulo®
L04AF08

Tofacitinib

Xeljanz®
L04AF01
Monoklonale Antikörper

Belimumab

Benlysta®
L04AG04
Mammalian target of rapamycin (mTOR)-Kinase-Inhibitoren

Everolimus

Afinitor®, Certican®, Votubia®
L04AH02

Sirolimus

Rapamune®
L04AH01
Komplement-Inhibitoren

Crovalimab

Piasky®
L04AJ07

Eculizumab

Soliris®
L04AJ01

Ravulizumab

Ultomiris®
L04AJ02

Referenzen

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  17. AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG, SmPC Humira® 40 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze / im Fertigpen (EU/1/03/256/012-9), 10/2025
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Änderungsverzeichnis

  • 02 Juli 2026 13:58: Überprüfung und Aktualisierung
  • 17 September 2021 10:51: Neue Indikation Colitis ulcerosa hinzugefügt (gemäß Zulassungserweiterung)
  • 25 August 2020 17:08: Neue Überarbeitung
  • 25 August 2020 17:08: Neue unerwünschte Arzneimittelwirkung: Kaposi-Sarkom aufgenommen. (AkdÄ Drug Safety Mail | 2020–49)

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung