Rituximab bindet spezifisch an das Transmembran‑Antigen CD20, ein nicht glykosyliertes Phosphoprotein, das auf Prä-B- und reifen B-Lymphozyten lokalisiert ist. Das Antigen wird auf > 95 % aller Zellen von Non-Hodgkin-Lymphomen des B‑Zell-Typs exprimiert.
CD20 ist sowohl auf gesunden als auch auf malignen B‑Zellen zu finden, nicht jedoch auf hämatopoetischen Stammzellen, frühen Vorläuferzellen der B‑Zellen, normalen Plasmazellen oder anderem normalem Gewebe. Nach der Antikörperbindung wird CD20 nicht internalisiert oder von der Zellmembran in die Umgebung abgegeben. CD20 zirkuliert nicht als freies Antigen im Plasma und konkurriert somit nicht um die Bindung des Antikörpers.
Das Fab‑Fragment von Rituximab bindet an das CD20‑Antigen auf B‑Lymphozyten, und das Fc‑Fragment kann immunologische Reaktionen bewirken, die eine B-Zell-Lyse vermitteln. Mögliche Mechanismen dieser Effektor-vermittelten Zell-Lyse beinhalten eine Komplement-abhängige Zytotoxizität (CDC), die aus der C1q‑Bindung resultiert, eine Antikörper‑abhängige zelluläre Zytotoxizität (ADCC), die durch einen oder mehrere der Fcγ‑Rezeptoren auf der Oberfläche von Granulozyten, Makrophagen und NK‑Zellen vermittelt wird. Es konnte auch gezeigt werden, dass die Bindung von Rituximab an das CD20‑Antigen auf B‑Lymphozyten einen durch Apoptose vermittelten Zelltod auslöst.
| T1/2 [Median (Bereich)] | 22 Tage (11-42 Tage) |
| Cl [Mittelwert (Bereich)] | 0,221 L/Tag (0,0996-0,381 L/Tag) |
| Vd [Mittelwert (Bereich)] | 2,27 L (1,43-3,17 L) |
| Cmax [Median (Bereich)] |
382,8 µg/mL (270,6 – 513,6 µg/mL) |
Basierend auf der populationspharmakokinetischen Analyse von 25 Patienten (6 – 17 Jahre) mit GPA und MPA, die 375 mg/m² Rituximab einmal wöchentlich über vier Wochen erhielten.
Die PK-Parameter von Rituximab bei Kindern und Jugendlichen mit GPA oder MPA waren vergleichbar mit denen von erwachsenen Patienten mit GPA oder MPA, unter Berücksichtigung der Wirkung der Körperoberfläche auf Clearance- und Verteilungsvolumenparameter.
[SmPC MabThera]
*in Kombination mit Glucocorticoiden
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung 100 mg/Durchstechflasche, 500 mg/Durchstechflasche
Lösung zur subkutanen Injektion 1.400 mg (nur für Erwachsene zugelassen)
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.
Eine Übersicht an Biologika, zu denen es Original-/Referenzarzneimittel und Biosimilar gibt findet sich in der Anlage VIIa der Arzneimittel-Richtlinie.
Präparate im Handel (ausgewählte Beispiele):
| Präparat | Darreichungsform | Stärke (Rituximab) | Applikationsweg | Natriumgehalt | Problematische Hilfsstoffe | Anwendungshinweis | Altersangabe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| MabThera® | Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung | 100 mg/Durchstechflasche 500 mg/Durchstechflasche nach Verdünnung: 1 mg/mL |
intravenös (Infusion) | 2,3 mmol (52,6 mg)/10 ml Durchstechflasche 11,5 mmol (263,2 mg)/50 ml Durchstechflasche |
Polysorbat 80 | Verdünnung gemäß Fachinformation. Die zubereitete Lösung sollte mittels separatem Zugang als intravenöse Infusion verabreicht werden und darf nicht als intravenöse Injektion oder Bolus appliziert werden. | ab 6 Monaten |
Die Fachinformationen wurden am 30.07.2026 aufgerufen.
Neben den aufgeführten Präparaten befinden sich diverse weitere Fertigarzneimittel im Handel.
Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)
Gehe zu:
| Non-Hodgkin Lymphom |
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| Granulomatose mit Polyangiitis (GPA/Wegenersche Granulomatose), mikroskopische Polyangiitis |
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| Epstein-Barr-Virus-Reaktivierung/Posttransplantations-Lymphoproliferative Erkrankung (PTLD) bei Stammzelltransplantation |
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| Steroidabhängiges nephrotisches Syndrom, ABO inkompatible Nierentransplantation, Erkrankungen, die zur Nierentransplantatabstoßung führen können, Prävention Nierentransplantatabstoßung, Autoimmun-Zytopenien, primäre Vaskulitis |
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| Systemischer Lupus erythematodes (SLE), der nicht auf konventionelle Therapie anspricht |
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Keine Informationen zur Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung vorhanden.
Hypogammaglobulinämie. Pneumocystis Jiroveci Pneumonie.
Sehr häufig (>10 %): bakterielle Infektionen, virale Infektionen, Bronchitis, Neutropenie, Leukopenie, febrile Neutropenie, Thrombozytopenie, Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion, Angioödem, Übelkeit, Pruritus, Exanthem, Alopezie, Fieber, Schüttelfrost, Asthenie, Kopfschmerzen, verminderte IgG-Serumspiegel
Häufig (1-10 %): Sepsis, Pneumonie, febrile Infektion, Herpes zoster, Infektion des Respirationstrakts, Pilzinfektionen, Infektionen unbekannter Genese, akute Bronchitis, Sinusitis, Hepatitis B, Anämie, Panzytopenie, Granulozytopenie, Überempfindlichkeit, Hyperglykämie, Gewichtsverlust, peripheres Ödem, Gesichtsödem, erhöhte LDH‑Werte, Hypokalzämie, Parästhesie, Hypästhesie, Erregung, Schlaflosigkeit, Vasodilatation, Schwindelgefühl, Angstgefühle, Störung der Tränenbildung, Konjunktivitis, Tinnitus, Ohrenschmerzen, Myokardinfarkt, Arrhythmie, Vorhofflimmern, Tachykardie, Herzerkrankung, Hypertonie, orthostatische Hypotonie, Hypotonie, Bronchospasmus, Atemwegserkrankung, Schmerzen in der Brust, Dyspnoe, vermehrtes Husten, Rhinitis, Erbrechen, Diarrhö, Abdominalschmerzen, Dysphagie, Stomatitis, Obstipation, Dyspepsie, Anorexie, Rachenreizung, Urtikaria, Schwitzen, Nachtschweiß, Hauterkrankungen, erhöhter Muskeltonus, Myalgie, Arthralgie, Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Schmerzen, Tumorschmerzen, Rötungen, Unwohlsein, Erkältungserscheinungen, Ermüdung/Fatigue, Frösteln, Multiorganversagen
Gelegentlich (0,1-1 %): Gerinnungsstörungen, aplastische Anämie, hämolytische Anämie, Lymphadenopathie, Depression, Nervosität, Störung der Geschmacksempfindung, linksventrikuläres Versagen, supraventrikuläre Tachykardie, ventrikuläre Tachykardie, Angina, Myokardischämie, Bradykardie, Asthma, Bronchiolitis obliterans, Lungenerkrankung, Hypoxie, Vergrößerung des Abdomens, Schmerzen an der Infusionsstelle
Selten (0,01-0,1 %): schwerwiegende Virusinfektion, Pneumocystis jirovecii-Pneumonie, Anaphylaxie, schwere Herzerkrankungen, interstitielle Lungenerkrankung
Sehr selten (<0,01 %): progressive multifokale Leukoenzephalopathie, vorübergehender Anstieg der IgM-Serumspiegel, Tumorlyse-Syndrom, Zytokin-Freisetzungs-Syndrom, Serumkrankheit, periphere Neuropathie, Gesichtsnervenlähmung, schwerer Sehverlust, Herzinsuffizienz, Vaskulitis (vorwiegend kutan), leukozytoklastische Vaskulitis, respiratorische Insuffizienz, Magen-Darm Perforation, schwere bullöse Hautreaktionen, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse (Lyell Syndrom), Nierenversagen
Häufigkeit nicht bekannt: enterovirale Meningoenzephalitis, späte Neutropenie, Infusionsbedingte akute reversible Thrombozytopenie, kraniale Neuropathie, Verlust anderer Sinne, Gehörverlust, Lungeninfiltrate
Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
Haben Sie den Verdacht auf eine Nebenwirkung?
Die Meldung ist sehr wichtig, um das Nutzen-Risiko-Verhältnis eines Arzneimittels ständig zu überwachen. Das gilt besonders, wenn Medikamente bei Kindern außerhalb der zugelassenen Anwendung (off-label) eingesetzt werden.
Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
Empfohlene Infusionsdauer: 3 Stunden. Während der ersten Infusion können Fieber, Schüttelfrost und Rigor auftreten. Deshalb ist vor jeder Gabe eine Prämedikation zu verabreichen, bestehend aus Paracetamol und einem Antihistaminikum. Cave: Blutdruckabfall, Bronchospasmen. Die Infusionsgeschwindigkeit der ersten Infusion ist langsam zu steigern.
Bei Kindern und Jugendlichen mit Granulomatose mit Polyangiitis (GPA) oder mikroskopischer Polyangiitis (MPA) wird während und nach der Behandlung mit Rituximab, falls erforderlich, eine Prophylaxe gegen Pneumocystis jirovecii-Pneumonie (PJP) empfohlen [SmPC MabThera].
Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.
| Interaktionspartner | Grund | Handlungsempfehlung |
| Clozapin | Erhöhung des Risikos und/oder der Schwere von Granulozytopenien/Agranulozytosen. | Kombination vermeiden. Falls die Kombination notwendig ist, ist das Blutbild besonders engmaschig zu überwachen. |
| Allergen-Extrakte, z.B. aus Bienengift | Verminderte Wirksamkeit der Hyposensibilisierung möglich. | Kombination vermeiden. Solange eine Immunsuppression durch immunsuppressiv wirkende Arzneimittel anhält, soll keine Hyposensibilisierung begonnen werden. |
| Saccharomyces cerevisiae (boulardii) | Fungämien und generalisierte Hefeinfektionen möglich | Kombination vermeiden. |
Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen und einschlägigen Wechselwirkungsdatenbanken zu entnehmen.
In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.
| PD-1/PDL-1 (Programmed Cell Death-1-Rezeptor/Programmed Cell Death-Ligand-1)-Inhibitoren | ||
|---|---|---|
|
Opdivo®
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L01FF01 | |
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Keytruda®
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L01FF02 | |
| Andere monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate | ||
|---|---|---|
|
Qarziba®
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L01FX06 | |
| MONOKLONALE ANTIKÖRPER UND ANTIKÖRPER-WIRKSTOFF-KONJUGATE | ||
|---|---|---|
|
Qarziba®
|
L01FX06 | |
|
Opdivo®
|
L01FF01 | |
|
Keytruda®
|
L01FF02 | |