Upadacitinib

Wirkstoff
Upadacitinib
Handelsname
Rinvoq®
ATC-Code
L04AF03

Zulassung
Dosierungsempfehlungen

Präparate
Pharmakodynamik und -kinetik
Nierenfunktionsstörungen
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Upadacitinib ist ein selektiver und reversibler Januskinase(JAK)-Inhibitor. JAKs sind intrazelluläre Enzyme, die Signale von Zytokinen und Wachstumsfaktoren weiterleiten, die an einer Vielzahl von zellulären Prozessen, wie Entzündungsreaktionen, Hämatopoese und Immunüberwachung, beteiligt sind.

Pharmakokinetik bei Kindern

Die Pharmakokinetik und Steady-State-Konzentrationen von Upadacitinib sind bei Erwachsenen und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren mit atopischer Dermatitis, Alopecia areata und Vitiligo vergleichbar [SmPC Rinvoq].

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Atopische Dermatitis, Alopecia areata
    • oral
      • ≥12 Jahre bis <18 Jahre: zugelassen 
  • Vitiligo
    • oral
      • ≥12 Jahre bis <18 Jahre: zugelassen 

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Oral zur
- Behandlung der mittelschweren bis schweren atopischen Dermatitis bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren, die für eine systemische Therapie infrage kommen.
- Be­handlung der schweren Alopecia areata bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren
- Be­handlung von nicht segmentaler Vitiligo bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren, die für eine systemische Therapie infrage kommen.
- Be­handlung der aktiven polyartikulären juvenilen idiopathischen Arth­ritis (polyartikulär rheumafak­torpositiv [RF+] oder ‑negativ [RF-], erweitert oligoartikulär) bei Patien­ten ab 2 Jahren, die auf ein oder mehrere DMARDs unzureichend angesprochen oder diese nicht ver­tragen haben.

Atopische Dermatitis
Jugendliche (von 12 bis 17 Jahren)
Bei Jugendlichen mit einem Körpergewicht von mindestens 30 kg beträgt die empfohlene Dosis von Upadacitinib 15 mg einmal täglich.
Wenn der Patient nicht aus­reichend auf 15 mg einmal täglich anspricht, kann die Do­sis auf 30 mg einmal täglich erhöht werden.
Bei Patienten, die nach 12 Behandlungswochen keine Anzeichen für einen therapeutischen Nutzen zeigen, ist ein Absetzen von Upadacitinib in Erwägung zu ziehen.

Alopecia areata
Jugendliche (von 12 bis 17 Jahren)
Bei erwachsenen und jugendlichen Patienten ab 12 Jahren mit ei­nem Körpergewicht von mindestens 30 kg ist die empfohlene Do­sis von Upadacitinib 15 mg oder 30 mg einmal täglich, je nach individuellem Krankheitsbild.
Eine Do­sis von 30 mg einmal täglich kann bei Patienten mit hoher Krankheitslast oder unzureichendem Ansprechen auf eine Do­sis von 15 mg einmal täglich ange­mes­sen sein.

Vitiligo
Jugendliche (von 12 bis 17 Jahren)
Die empfohlene Do­sis von Upadacitinib ist 15 mg einmal täglich für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit ei­nem Körpergewicht von mindestens 30 kg.
Bei Patienten, die nach 48 Be­handlungswochen keine Anzeichen für einen therapeutischen Nutzen zeigen, ist ein Absetzen von Upadacitinib in Erwägung zu ziehen.

Polyartikuläre juvenile idiopathische Ar­thri­tis
Kinder ab 2 Jahren

Gewicht des Patienten Dosierungsschema
10 bis < 20 kg 3 mg (3 ml Lösung zum Einnehmen) zweimal täglich
20 bis < 30 kg 4 mg (4 ml Lösung zum Einnehmen) zweimal täglich
≥ 30 kg 6 mg (6 ml Lösung zum Einnehmen) zweimal täglich
oder
15 mg (eine 15‑mg-Ta­blet­te) einmal täglich

Ta­blet­ten und Lösung zum Einnehmen sind nicht bioäquivalent. Daher sind die beiden Darreichungsformen nicht Milligramm für Milligramm austauschbar.

[Ref.]

Präparate im Handel

Lösung zum Einnehmen 1 mg/mL
Retardtabletten 15 mg, 30 mg, 45 mg

Präparate im Handel:

Präparat Darreichungsform Stärke (Upadacitinib) Applikationsweg Natriumgehalt Problematische Hilfsstoffe Anwendungshinweise Schulungsmaterial Altersangabe
RINVOQ® Lösung zum Einnehmen 1 mg/mL oral k.A. Na­tri­um­ben­zo­at (0,3 mg/mL)
Sucralose
Einnahme mit oder ohne eine Mahlzeit.
Applikation mit oraler Dosierspritze und mitgelieferten Flaschenadapter.
Leitfaden für Fachkreise
Patientenkarte
Aktive polyartikuläre juvenile idiopathische Ar­thri­tis: ab 2 Jahren
RINVOQ® Retardtabletten 15 mgT0 oral k.A. - Einnahme mit oder ohne eine Mahlzeit. Atopische Dermatitis, Alopecia areata, Vitiligo: ab 12 Jahren und mindestens 30 kgKG
30 mgT0 Erwachsene
45 mgT0 Erwachsene

 

T0: nicht teilbar, k.A.: keine Angabe

Die Fachinformationen wurden am 23.09.2026 aufgerufen.

Anwendungshinweis: Einnahme mit oder unabhängig von einer Mahlzeit zu einer beliebigen Uhrzeit.

Lieferengpässe/weitere praktische Informationen

Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)

Dosierungsempfehlungen

Atopische Dermatitis; Alopecia areata
  • Oral
    • 12 Jahre bis 18 Jahre und ≥ 30 kg
      [1]
      • 15 - 30 mg/Tag in 1 Dosis
      • Bei Patienten mit atopischer Dermatitis, die nach 12 Be­handlungswochen keine Anzeichen für einen therapeutischen Nutzen zeigen, ist ein Absetzen von Upadacitinib in Erwägung zu ziehen.

Vitiligo
  • Oral
    • 12 Jahre bis 18 Jahre und ≥ 30 kg
      • 15 mg/Tag in 1 Dosis
      • Bei Patienten, die nach 48 Be­handlungswochen keine Anzeichen für einen therapeutischen Nutzen zeigen, ist ein Absetzen von Upadacitinib in Erwägung zu ziehen.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Keine Informationen zur Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung vorhanden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Das Sicherheitsprofil von Upadacitinib in einer Dosis von 15 mg/Tag bei Jugendlichen war ähnlich wie das bei Erwachsenen.
Bei Langzeitanwendung von 15 mg bzw. 30 mg Upadacitinib wurde Hautpapillom als Nebenwirkung bei 3,4 % bzw. 6,8 % der jugendlichen Patienten mit atopischer Dermatitis be­ob­ach­tet.

[SmPC Rinvoq]

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Sehr häufig (>10 %): Infektionen der oberen Atemwege, Akne

Häufig (1-10 %): Bronchitis, Herpes zoster, Herpes simplex, Follikulitis, Influenza, Harnwegsinfektion, Pneumonie, nichtmelanozytärer Hautkrebs, Anämie, Neutropenie, Lymphopenie, Urtikaria, Hypercholesterinämie, Hyperlipidämie, Husten, Bauchschmerzen, Übelkeit, Ausschlag, Fatigue, Fieber, CPK im Blut erhöht, ALT erhöht, AST erhöht, Gewicht erhöht, Kopfschmerzen

Gelegentlich (0,1-1 %): orale Candidose, Divertikulitis, Sepsis, schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen, Hypertriglyzeridämie, gastrointestinale Perforation

Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • aktive Tuberkulose (TB) oder aktive schwer wiegende Infektionen
  • schwere Leberinsuffizienz
  • Schwangerschaft

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

  • Rote-Hand-Brief vom 17.03.2023 (Aktualisierte Empfehlungen zur Minimierung der Risiken für maligne Erkrankungen, schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse, schwerwiegende Infektionen, venöse Thromboembolie und Mortalität in Zusammenhang mit der Anwendung von Januskinase-Inhibitoren (JAKi)):
  • Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA), die bestimmte Risikofaktoren aufwiesen und mit JAKi behandelt wurden, wurde eine erhöhte Inzidenz von malignen Erkrankungen, schwerwiegenden unerwünschten kardiovaskulären Ereignissen (MACE), schwerwiegenden Infektionen, venösen Thromboembolien (VTE) und Mortalität im Vergleich zu TNF-alpha-Inhibitoren beobachtet.
  • Diese Risiken werden als Klasseneffekte und als relevant für alle zugelassenen JAKi-Indikationen bei entzündlichen und dermatologischen Erkrankungen betrachtet.
  • Bei folgenden Patienten sollten JAKi nur angewendet werden, wenn keine geeigneten Behandlungsalternativen zur Verfügung stehen:
    • Im Alter von 65 Jahren oder älter
    • Raucher oder ehemalige Langzeitraucher
    • Patienten mit anderen kardiovaskulären Risikofaktoren oder mit Risikofaktoren für maligne Erkrankungen
    • Bei Patienten mit anderen als den oben aufgeführten VTE-Risikofaktoren sollten JAKi mit Vorsicht angewendet werden.
    • Die Dosierungsempfehlungen wurden für bestimmte Patientengruppen mit Risikofaktoren überarbeitet.
    • Regelmäßige Hautuntersuchungen werden bei allen Patienten empfohlen.
    • Verordnende Ärzte sollten mit den Patienten die Risiken besprechen, die mit der Anwendung von JAKi verbunden sind.

Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

IMMUNSUPPRESSIVA

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Selektive Immunsuppressiva

Abatacept

Orencia®
L04AA24

Apremilast

Otezla®
L04AA32

Baricitinib

Olumiant®
L04AA37

Leflunomid

Arava®
L04AA13

Mycophenolatmofetil

Cellcept®, Mowel®, Myclausen, Myfenax®; Syn: MMF, Mycophenolat, Mycophenolsäure
L04AA06

Teriflunomid

Aubagio®
L04AA31
Tumornekrosefaktor alpha (TNF-alpha)-Inhibitoren

Adalimumab

Amgevita®, Amsparity®, Hukyndra®, Hulio®, Humira®, Hyrimoz®, Idacio®, Imraldi®, Yuflyma®
L04AB04

Etanercept

Enbrel® , Benepali® , Erelzi®
L04AB01

Golimumab

Gobivaz, Simponi®
L04AB06

Infliximab

Remicade®, Inflectra®, Remsima®, Zessly®, Flixabi®
L04AB02
Interleukin-Inhibitoren

Anakinra

Kineret®
L04AC03

Basiliximab

Simulect®
L04AC02

Canakinumab

Ilaris®
L04AC08

Ixekizumab

Taltz®
L04AC13

Satralizumab

Enspryng®
L04AC19

Secukinumab

Cosentyx®
L04AC10

Tocilizumab

RoActemra®
L04AC07

Ustekinumab

Fymskina, Imuldosa, Otulfi, Stelara®
L04AC05
Calcineurin-Inhibitoren

Ciclosporin A

Cicloral, Deximune, Immunosporin, Sandimmun, Syn: CSA, Cyclosporin
L04AD01

Tacrolimus

Advagraf®, Prograf®, Modigraf®, Crilomus®, Envarsus®, Dailiport®, Tacni®, Tacpan®, Tacro-cell®
L04AD02
Andere Immunsuppressiva

Azathioprin

Azafalk®, Imurek, Jayempi
L04AX01

Methotrexat

Lantarel®, Metex®, Nordimet®, Trexject®; Syn: MTX; weitere ATC-Codes: M01CX01, L01BA01
L04AX03
IMMUNSUPPRESSIVA

Abatacept

Orencia®
L04AA24

Adalimumab

Amgevita®, Amsparity®, Hukyndra®, Hulio®, Humira®, Hyrimoz®, Idacio®, Imraldi®, Yuflyma®
L04AB04

Anakinra

Kineret®
L04AC03

Apremilast

Otezla®
L04AA32

Azathioprin

Azafalk®, Imurek, Jayempi
L04AX01

Baricitinib

Olumiant®
L04AA37

Basiliximab

Simulect®
L04AC02

Belimumab

Benlysta®
L04AG04

Canakinumab

Ilaris®
L04AC08

Ciclosporin A

Cicloral, Deximune, Immunosporin, Sandimmun, Syn: CSA, Cyclosporin
L04AD01

Crovalimab

Piasky®
L04AJ07

Eculizumab

Soliris®
L04AJ01

Etanercept

Enbrel® , Benepali® , Erelzi®
L04AB01

Everolimus

Afinitor®, Certican®, Votubia®
L04AH02

Fingolimod

Gilenya®
L04AE01

Golimumab

Gobivaz, Simponi®
L04AB06

Infliximab

Remicade®, Inflectra®, Remsima®, Zessly®, Flixabi®
L04AB02

Ixekizumab

Taltz®
L04AC13

Leflunomid

Arava®
L04AA13

Methotrexat

Lantarel®, Metex®, Nordimet®, Trexject®; Syn: MTX; weitere ATC-Codes: M01CX01, L01BA01
L04AX03

Mycophenolatmofetil

Cellcept®, Mowel®, Myclausen, Myfenax®; Syn: MMF, Mycophenolat, Mycophenolsäure
L04AA06

Pegcetacoplan

Aspaveli
L04AJ03

Ravulizumab

Ultomiris®
L04AJ02

Ritlecitinib

Litfulo®
L04AF08

Satralizumab

Enspryng®
L04AC19

Secukinumab

Cosentyx®
L04AC10

Sirolimus

Rapamune®
L04AH01

Tacrolimus

Advagraf®, Prograf®, Modigraf®, Crilomus®, Envarsus®, Dailiport®, Tacni®, Tacpan®, Tacro-cell®
L04AD02

Teriflunomid

Aubagio®
L04AA31

Tocilizumab

RoActemra®
L04AC07

Tofacitinib

Xeljanz®
L04AF01

Ustekinumab

Fymskina, Imuldosa, Otulfi, Stelara®
L04AC05
Sphingosin-1-phosphat (S1P)-Rezeptor-Modulatoren

Fingolimod

Gilenya®
L04AE01
Janus-assoziierte Kinase (JAK)-Inhibitoren

Ritlecitinib

Litfulo®
L04AF08

Tofacitinib

Xeljanz®
L04AF01
Monoklonale Antikörper

Belimumab

Benlysta®
L04AG04
Mammalian target of rapamycin (mTOR)-Kinase-Inhibitoren

Everolimus

Afinitor®, Certican®, Votubia®
L04AH02

Sirolimus

Rapamune®
L04AH01
Komplement-Inhibitoren

Crovalimab

Piasky®
L04AJ07

Eculizumab

Soliris®
L04AJ01

Pegcetacoplan

Aspaveli
L04AJ03

Ravulizumab

Ultomiris®
L04AJ02

Referenzen

  1. AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG, SmPC Rinvoq (EU/1/19/1404/009) Rev 33, www.ema.europa.eu, 06/2026
  2. AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG, SmPC Rinvoq® 15 mg/30 mg/45 mg Retardtabletten (EU/1/19/1404/001), 06/2026
  3. AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG, SmPC RINVOQ® 1 mg/ml Lösung zum Einnehmen (EU/1/19/1404/012), 09/2026

Änderungsverzeichnis

  • 05 Oktober 2026 12:30: Neue Dosierungsempfehlungen für die Indikationen Alopecia Areata und Vitiligo gemäß Fachinformation
  • 23 August 2024 10:45: Ergänzung von Informationen zu Pharmakokinetik und UAW bei Kindern gemäß Fachinformation
  • 11 Juli 2023 13:20: Rote-Hand-Brief hinzugefügt
  • 05 Juli 2023 15:27: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung