Lorazepam

Wirkstoff
Lorazepam
Handelsname
Tavor®, Tavor® Expidet, Tolid®
ATC-Code
N05BA06

Zulassung
Dosierungsempfehlungen

Präparate
Pharmakodynamik und -kinetik
Nierenfunktionsstörungen
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Lorazepam ist eine psychotrope Substanz aus der Klasse der 1,4-Benzodiazepine mit spannungs-, erregungs- und angstdämpfenden Eigenschaften sowie sedierenden und hypnotischen Effekten. Darüber hinaus zeigt Lorazepam den Muskeltonus dämpfende und antikonvulsive Wirkungen. Lorazepam besitzt eine sehr hohe Rezeptoraffinität zu spezifischen Bindungsstellen im Zentralnervensystem. Diese Benzodiazepinrezeptoren stehen in enger funktioneller Verbindung mit den Rezeptoren des inhibitorischen Neurotransmitters Gamma-Aminobuttersäure (GABA). Nach Bindung an den Benzodiazepinrezeptor verstärkt Lorazepam die hemmende Wirkung der GABA-ergen Übertragung.

Pharmakokinetik bei Kindern

Kinder

Die Bioverfügbarkeit liegt bei ca. 90%. Kinder metabolisieren Benzodiazepin-Agonisten schneller als Jugendliche und Erwachsene.

In den ersten Lebenstagen kann die Eliminationshalbwertszeit das 2- bis 4-fache der mütterlichen Halbwertszeit betragen. [Ref.]

Erwachsene [Ref.]

  • Plasmaproteinbindung an Albumin: 80,4 - 93,2%
  • T1/2: 12 - 16 Stunden
  • Verteilungsvolumen: 1,3 l/kg

Bei einer Einnahme von 2 bzw. 4 mg Lorazepam liegen die nach 1 - 2,5 h gemessenen durchschnittlichen Cmax-Werte zwischen 16,9 und 27,6 ng/ml bzw. 51,3 und 58 ng/ml.

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Status epilepticus
    • intravenös
      • ≥1 Monat bis <18 Jahre: zugelassen

  • Sedierung vor diagnostischen sowie vor und nach operativen Eingriffen
    • oral
      • ≥6 Jahre bis <18 Jahre: zugelassen

  • Sedierung
    • intravenös
      • ≥1 Monat bis <18 Jahre: off-label
    • oral
      • ≥1 Monat bis <18 Jahre: off-label
  • Akute Angstzustände (kurzzeitige Anwendung)
    • oral
      • ≥6 Jahre bis <18 Jahre: off-label

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Intravenös zur Behandlung des Status epilepticus aufgrund verschiedenartiger fokaler oder generalisierter Anfallstypen: generalisierte (tonisch-klonische, „Grandmal“) Anfälle, generalisierte Absencen („Petit mal“) oder Zustände eines sog. Spike-wave-Stupors, fokalmotorische oder psychomotorische Anfälle, sowie Kombinationen wie generalisierte Anfälle mit fokalem Beginn.

Darf wegen des Gehalts an Benzylalkohol nicht bei Frühgeborenen oder Neugeborenen angewendet werden.

Kinder (ab 1 Monat und älter) und Jugendliche:
Kinder (ab 1 Monat und älter) und Jugendliche sollten eine initiale Dosis von 0,1 mg/kg Körpergewicht erhalten. Die maximale Dosis beträgt 4 mg/Dosis. Falls die Anfälle bestehen bleiben oder innerhalb der nächsten 10 bis 15 Minuten wieder auftreten, kann die gleiche Dosis erneut injiziert werden, jedoch sollten nicht mehr als 2 Dosen gegeben werden.

[Ref.]

Intravenös als eine Prämedikation, vor operativen oder diagnostischen Eingriffen.

Jugendliche ab 12 Jahren:
0,044 mg/kg bis maximal 2 mg sollten 15-20 Minuten vor dem Eingriff angewendet werden, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Es können höhere Dosen bis zu 0,05 mg/kg (maximal 4 mg) angewendet werden.

Intramuskulär als eine Prämedikation, vor operativen oder diagnostischen Eingriffen.

Jugendliche ab 12 Jahren:
Eine optimale Wirkung wird durch Anwendung von 0,05 mg/kg (bis maximal 4 mg) mindestens 2 Stunden vor dem geplanten Eingriff erzielt. Die Dosis wird individuell angepasst. Für Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen der Atemwege oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird eine niedrigere Dosis empfohlen.

[Ref.]

Oral zur Sedierung vor diagnostischen sowie vor und nach operativen Eingriffen.

Kinder unter 6 Jahren:
Für Kinder unter 6 Jahren wird Lorazepam nicht empfohlen.

Kinder und Jugendliche:
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten nicht mit Lorazepam behandelt werden, außer nach strenger Indikationsstellung zur Sedierung vor diagnostischen sowie vor und nach operativen Eingriffen. Einzeldosen von 0,5 bis 1 mg bzw. 0,05 mg/kg Körpergewicht sollten nicht überschritten werden.

[Ref.]

Intravenös zur symptomatischen Behandlung von pathologischer Angst und Anspannung bei Patienten, die aus bestimmten Gründen keine oralen Arzneimittel einnehmen können.

Jugendliche ab 12 Jahren:
Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 2-4 mg i.v., d. h. 0,05 mg/kg.
Falls notwendig, kann die Dosis nach 2 Stunden wiederholt werden. Sobald die akute Symptomatik kontrolliert ist, muss der Patient eine angemessene Behandlung seiner zugrundeliegenden Erkrankung erhalten.
Die Anwendung von Lorazepam-Tabletten kann in Erwägung gezogen werden, wenn eine weitere Behandlung mit Benzodiazepinen erforderlich ist.

Intramuskulär zur symptomatischen Behandlung von pathologischer Angst und Anspannung bei Patienten, die aus bestimmten Gründen keine oralen Arzneimittel einnehmen können.

Jugendliche ab 12 Jahren:
Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 2-4 mg i.m., d. h. 0,05 mg/kg (die intravenöse Anwendung ist vorzuziehen).
Falls notwendig, kann die Dosis nach 2 Stunden wiederholt werden. Sobald die akute Symptomatik kontrolliert ist, muss der Patient eine angemessene Behandlung seiner zugrundeliegenden Erkrankung erhalten.
Die Anwendung von Lorazepam-Tabletten kann in Erwägung gezogen werden, wenn eine weitere Behandlung mit Benzodiazepinen erforderlich ist.

[Ref.]

weitere zugelassene Indikationen bei Erwachsenen:
- Behandlungseinleitung schwerer neurotischer Angstsymptomatik und ausgeprägter Phobien.
- symptomatische Kurzzeitbehandlung von Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen sowie dadurch bedingten Schlafstörungen.

[Ref.]

Präparate im Handel

Tabletten 0,5 mg, 1,0 mg, 2,0 mg, 2,5 mg
Lyophilisat zum Einnehmen 1,0 mg, 2,5 mg
Injektionslösung 2 mg/mL

Präparate im Handel (ausgewählte Beispiele):

Präparat Darreichungsform Stärke (Lorazepam) Applikationsweg Natriumgehalt Problematische Hilfsstoffe Anwendungshinweis Altersangabe
Tavor® Tabletten 0,5 mgT0
1,0 mgT1
2,0 mgT1
2,5 mgT1
oral k.A. Lactose Einnahme unabhängig von den Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit. Angstzustände: Erwachsene
Sedierung/Prämedikation: ab 6 Jahren
Lorazepam neuraxpharm Tabletten 0,5 mgT0
1,0 mgT2
2,5 mgT2
oral k.A. Lactose (28,75 mg/57,50 mg/143,75 mg) Einnahme unzerkaut mit etwas Flüssigkeit. Angstzustände: Erwachsene
Sedierung/Prämedikation: ab 6 Jahren
Tavor® Expidet Lyophilisat zum Einnehmen 1,0 mgT0
2,5 mgT0
oral k.A. - Einnahme unabhängig von den Mahlzeiten. Sie zergehen sofort im Mund. Zum Schlucken kann, falls erwünscht, etwas Flüssigkeit nachgetrunken werden. Angstzustände: Erwachsene
Sedierung/Prämedikation: ab 6 Jahren
Lorazepam Xilmac Injektionslösung 2 mg/mL intravenös
intramuskulär
k.A. Benzylalkohol (20,9 mg/mL)
Propylenglykol (828,3 mg/mL)
Verdünnung gemäß Fachinformation. Die Injektionsgeschwindigkeit soll 2 mg/min nicht überschreiten. Status epilepticus: ab 1 Monat
Sedierung/Prämedikation: Erwachsene
Lorazepam Macure Injektionslösung 2 mg/mL intravenös
intramuskulär
k.A. Benzylalkohol (20,9 mg/mL)
Propylenglykol (828,3 mg/mL)
Status epilepticus: ab 5 Jahren
Sedierung/Prämedikation: ab 12 Jahren
Lorazepam Macure Injektionslösung 4 mg/mL intravenös
intramuskulär
k.A. Benzylalkohol (21 mg/mL)
Propylenglykol (840 mg/mL)
Status epilepticus: ab 1 Monat
Sedierung/Prämedikation: ab 12 Jahren


T2: teilbar in zwei gleiche Dosen, T1: nur teilbar zur erleichterten Einnahme, T0: nicht teilbar, k.A.: keine Angabe

Die Fachinformationen wurden am 17.09.2026 aufgerufen.

Neben den aufgeführten Präparaten befinden sich diverse weitere Fertigarzneimittel im Handel.

Lieferengpässe/weitere praktische Informationen

Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)

Dosierungsempfehlungen

Gehe zu:

Status epilepticus
  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [3] [9] [11]
      • 0,1 mg/kg/Dosis, Bolus. Maximale Einzeldosis: 4 mg/Dosis.
      • Falls die Anfälle bestehen bleiben oder nach 10 - 15 min wieder auftreten, kann die Dosis einmalig wiederholt werden.

Sedierung vor diagnostischen sowie vor und nach operativen Eingriffen
  • Oral
    • 6 Jahre bis 13 Jahre
      [4] [5] [6] [7]
      • 0,5 - 1 mg/Dosis, einmalig. Max: 0,05 mg/kg/Dosis. 1 bis 2 Stunden vor dem Eingriff.
    • 13 Jahre bis 18 Jahre
      [4] [7]
      • 1 - 4 mg/Dosis, einmalig. 1 bis 2 Stunden vor dem Eingriff.
Sedierung
  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [1]
      • 0,2 - 0,4 mg/kg/Tag in 4 Dosen. Maximale Einzeldosis: 3 mg/Dosis.
      • off-label

  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [1] [10]
      • Orale Gabe von Lorazepam nur während des Ausschleichens einer intravenösen Medikation, um Entzugssymptome nach längerer intravenöser Sedierung zu vermeiden. Mit der oralen Therapie beginnen, danach die intravenöse Medikation ausschleichend reduzieren. Die Dosis hängt von der verwendeten intravenösen Dosis ab.

      • off-label

Akute Angstzustände (kurzzeitige Anwendung)
  • Oral
    • 6 Jahre bis 18 Jahre
      [2]
      • 0,02 - 0,1 mg/kg/Tag in 2 - 3 Dosen.
      • Mit niedriger Initialdosis beginnen und je nach klinischem Bild langsam steigern.
        off-label

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Vor allem bei Kindern können paradoxe Reaktionen mit akuter Erregung, Verwirrung und Veränderung des psychischen Zustands sowie Enthemmung auftreten. Bei Neugeborenen mit sehr niedrigem Geburtsgewicht wurden epileptische Anfälle und Myoklonie verzeichnet. Bei Langzeitanwendung kann es zu Sedierung, Konzentrations-/Gedächtnisprobleme, Toleranz/Abhängigkeit kommen.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Sehr häufig (>10 %): Sedierung, Müdigkeit, Benommenheit

Häufig (1-10 %): Ataxie, Verwirrtheit, Depression, Demaskierung einer Depression, Schwindelgefühl, Muskelschwäche, Mattigkeit

Gelegentlich (0,1-1 %): Änderungen der Libido, Impotenz, verminderter Orgasmus, Übelkeit

Häufigkeit nicht bekannt: Thrombopenie, Agranulozytose, Panzytopenie, Arzneimittelmissbrauch, Arzneimittelabhängigkeit, verlängerte Reaktionszeiten, extrapyramidale Symptome, Tremor, Schwindel, Sehstörungen (Diplopie, verschwommenes Sehen), Dysarthrie/undeutliches Sprechen, Kopfschmerzen, Krampfanfälle/Krämpfe, Amnesie, Enthemmung, Euphorie, Koma, Suizidgedanken/-versuch, eingeschränkte Aufmerksamkeit/Konzentration, Gleichgewichtsstörungen, paradoxe Reaktionen wie z. B. Angst, Erregungszustände, Aufgeregtheit, aggressives Verhalten (Feindseligkeit, Aggression, Wut), Schlafstörungen/Schlaflosigkeit, sexuelle Erregung, Halluzinationen, Hypotonie, leichter Blutdruckabfall, Atemdepression (Ausmaß dosisabhängig), Apnoe, Verschlechterung einer Schlafapnoe, Verschlechterung einer obstruktiven Lungenerkrankung, Verstopfung, Bilirubinanstieg, Gelbsucht, Anstieg der Lebertransaminasen, Anstieg der alkalischen Phosphatase, allergische Hautreaktionen, Alopezie, Überempfindlichkeitsreaktionen, anaphylaktische/-oide Reaktionen, Angioödem, Syndrom der in adäquaten Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH), Hyponatriämie, Hypothermie, Arzneimittelentzugssyndrom

Bei intravenöser Anwendung zusätzlich: Erbrechen, hyper- und hypotone Kreislaufreaktionen

Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

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Haben Sie den Verdacht auf eine Nebenwirkung?

Die Meldung ist sehr wichtig, um das Nutzen-Risiko-Verhältnis eines Arzneimittels ständig zu überwachen. Das gilt besonders, wenn Medikamente bei Kindern außerhalb der zugelassenen Anwendung (off-label) eingesetzt werden.

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Kontraindikationen bei Kindern

Die Injektionslösung darf wegen des Gehalts an Benzylalkohol nicht bei Frühgeborenen oder Neugeborenen angewendet werden. [SmPC Lorazepam Xilmac]

Kontraindikationen allgemein

Bei oraler Anwendung:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Benzodiazepine oder einen der sonstigen Bestandteile sowie bei Abhängigkeitsanamnese
  • Lorazepam darf nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei Myasthenia gravis, spinalen und zerebellaren Ataxien, bei akuter Vergiftung mit Alkohol oder zentraldämpfenden Pharmaka (z. B. Schlaf- oder Schmerzmitteln, Neuroleptika, Antidepressiva und Lithium) sowie bei Atemfunktionsstörungen (z. B. Schlafapnoe-Syndrom, chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung)

Bei parenteraler Anwendung:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile
  • bei Patienten mit: Schlafapnoe-Syndrom, schwerer Ateminsuffizienz, bekannter Überempfindlichkeit gegen Benzodiazepine, Myasthenia gravis, schwerer Leberinsuffizienz, Schock und Kollapszuständen
  • gleichzeitige Anwendung mit Scopolamin

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Die Injektionslösung enthält Propylenglycol, Benzylalkohol und Macrogol 400. Frühgeborene, Neugeborene mit niedrigem Geburtsgewicht und Kinder, die hohe Dosen erhalten, reagieren empfindlicher auf die Wirkungen von Benzylalkohol, Propylenglycol und Macrogol. [SmPC Lorazepam Xilmac]

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.

Wechselwirkungen

  • Die gleichzeitige Anwendung von Lorazepam (parenteral) mit Scopolamin ist kontraindiziert, da eine solche Kombination vermehrt zu Sedierung, Halluzinationen und irrationalem Verhalten führt.
  • Gleichzeitige Anwendung mit anderen zentraldämpfenden Arzneimitteln (z.B. Neuroleptika, Anxiolytika, Antidepressiva, Hypnotika/ Sedativa, Anästhetika, Betablocker, Analgetika vom Opiat-Typ, Opioide, sedierende Antihistaminika, Antiepileptika) sowie Alkohol kann zu einer wechselseitigen Verstärkung der zentraldämpfenden Effekte führen.
  • Die gleichzeitige Gabe von Lorazepam und Valproinsäure kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen und zu einer verminderten Clearance von Lorazepam führen. Wenn Valproinsäure gleichzeitig angewendet wird, sollte die Lorazepam-Dosis um etwa 50 % reduziert werden.
  • Die gleichzeitige Gabe von Lorazepam und Probenecid kann zu einem schnelleren Wirkungseintritt oder einer verlängerten Wirkung von Lorazepam führen, bedingt durch eine Verlängerung der Halbwertszeit und einer Abnahme der totalen Clearance. Bei gleichzeitiger Anwendung mit Probenecid ist die Lorazepam-Dosis um etwa 50 % zu senken.
  • Die Anwendung von Theophyllin oder Aminophyllin kann die sedierende Wirkung von Benzodiazepinen, einschließlich Lorazepam, vermindern.

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen und einschlägigen Wechselwirkungsdatenbanken zu entnehmen.

ANXIOLYTIKA

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Benzodiazepin-Derivate

Alprazolam

Tafil®
N05BA12

Clobazam

Epaclob®, Frisium®
N05BA09

Diazepam

Valium®
N05BA01
Azaspirodecandion-Derivate

Buspiron

Anxut®, Busp®
N05BE01
ANXIOLYTIKA

Alprazolam

Tafil®
N05BA12

Buspiron

Anxut®, Busp®
N05BE01

Clobazam

Epaclob®, Frisium®
N05BA09

Diazepam

Valium®
N05BA01

Referenzen

  1. Rademaker C.M.A. et al, Geneesmiddelen-Formularium voor Kinderen [Arzneimittel-Formularium für Kinder], 2007
  2. Landelijk Kenniscentrum Kind-enJeugdpsychiatrie (Ketelaars) [Nationales Wissenszentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie (Ketelaars)], Anxiolytica/hypnotica [Anxiolytika/Hypnotika], 2009
  3. Waardenburg van DA, et al., Richtlijn status epilepticus kinderen ouder dan één maand. [Richtlinie Status Epilepticus Kinder, älter als einen Monat.], Nederlandse Vereniging voor Kindergeneeskunde [Niederländische Gesellschaft für Pädiatrie], August 2005
  4. Prolepha Research B.V, SmPC Lorazepam Prolepha (RVG 119556 en 119557) 25-10-2018, www.geneesmiddelinformatiebank.nl
  5. neuraxpharm Arzneimittel GmbH, SmPC Lorazepam-neuraxpharm® 1 mg / 2,5 mg Tabletten (7791.00.00), 02/2026
  6. PFIZER PHARMA GmbH, SmPC Tavor® 0,5 mg / 1,0 mg / Tabs 2 mg / 2,5 mg Tabletten (6174941.00.00), 03/2023
  7. PFIZER PHARMA GmbH, SmPC, Tavor® 1,0 / 2,5 mg Expidet Plättchen (6948.00.00), 03/2023
  8. Uptodate: UpToDate®, Pediatric Drug information: Lorazepam Lexicomp® Topic 9573 Version 298.0, accessed 12/18
  9. Nederlandse Vereniging voor Neurologie [Niederländische Vereinigung für Neurologie ], Richtlijn Epilepsie > Status Epilepticus > Bij kinderen [Leitlinie Epilepsie > Status Epilepticus > Bei Kindern], https://epilepsie.neurologie.nl/cmssite/index.php?pageid=610&tabid=20110429141709 , aufgerufen 11.Juli 2019
  10. Van der Vossen, AC. et al, Oral lorazepam can be substituted for intravenous midazolam when weaning paediatric intensive care patients off sedation, Acta Paediatr, 2018, Mar 23;107(9), 1594-1600
  11. Macure Healthcare Ltd., SmPC Lorazepam Xilmac 2 mg Injektionslösung (7379.00.00), 02/2023

Änderungsverzeichnis

  • 17 Mai 2023 13:20: Überprüfung und Aktualisierung. Tavor® pro injectione ist nicht mehr im Handel.
  • 17 August 2021 16:23: Aktualisierung des Textauszugs aus Fachinformation (Dosierungsänderung Tavor pro injectione 2 mg Injektionslösung)
  • 16 Mai 2019 16:46: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung