Timolol ist ein nicht-selektiver Betarezeptorenblocker ohne nennenswerte sympathomimetische Eigenwirkungen oder lokalanästhetische (membranstabilisierende) Eigenschaften. Timolol-Augentropfen senken sowohl den erhöhten als auch den normalen Augeninnendruck.
Bei Erwachsenen gelangen 80 % jeder Dosis über das nasolakrimale System, von wo aus sie rasch über die Nasenschleimhaut, die Bindehaut, den Tränenkanal, den Mund-Rachen-Raum und den Darm oder über die Haut durch den Tränenfluss in den systemischen Kreislauf aufgenommen werden. Da das Blutvolumen bei Kindern geringer ist als bei Erwachsenen, muss eine potenziell höhere Konzentration im Blutkreislauf berücksichtigt werden. Zudem ist der Enzymmetabolismus bei Neugeborenen noch nicht vollständig entwickelt, was zu einer verlängerten Eliminationshalbwertszeit und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen führen kann. Begrenzte Daten deuten darauf hin, dass die Timolol-Plasmaspiegel bei Kindern nach einer Dosis von 0,25 % deutlich höher sind als bei Erwachsenen nach 0,5 %, insbesondere bei Säuglingen; dies führt vermutlich zu einem erhöhten Risiko für Nebenwirkungen wie Bronchospasmus und Bradykardie. [SmPC Timolol Sandoz]
Die Resorption von topisch appliziertem Timolol wurde bei 40 Säuglingen (Medianalter 18 Wochen (Bereich 2 – 25)) untersucht. Sie wurden zweimal täglich mit topischem Timolol-Gel 0,5 % behandelt. Die Urinanalyse war bei 20 von 24 Patienten positiv und die Timolol-Serumspiegel lagen im Median bei 0,16 ng/mL [Bereich 0,1 – 0,18 ng/mL] (n = 3). [Weibel et al. 2016]
Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation
Augentropfen 0,1 %, 0,25 %, 0,5 %
Die im Handel befindlichen Präparate enthalten Timolol in Form von Timololmaleat. Die Angabe der Wirkstoffkonzentration und Dosierung ist jeweils auf Timolol bezogen.
Präparate im Handel (ausgewählte Beispiele):
| Präparat | Darreichungsform | Stärke (Timolol) | Applikationsweg | Natriumgehalt | Problematische Hilfsstoffe | Anwendungshinweis | Altersangabe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| dispatim® | Augentropfen | 0,25 % 0,5 % |
okulär | k.A. | - | Die Augentropfen werden in den Bindehautsack eingetropft und sind für die Dauertherapie vorgesehen. Die mögliche systemische Resorption wird reduziert, wenn man nach der Anwendung etwa 2 Minuten lang mit dem Finger einen Druck auf den Tränenkanal ausübt oder die Augenlider schließt. |
Kinder und Jugendliche |
| Timo-COMOD | Augentropfen | 0,1 % 0,25 % 0,5 % |
okulär | k.A. | - | Kinder |
k.A.: keine Angabe
Die Fachinformationen wurden am 07.04.2026 aufgerufen.
Neben den aufgeführten Präparaten befinden sich diverse weitere Fertigarzneimittel im Handel.
Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)
| Glaukom |
|---|
| Infantiles Hämangiom |
|---|
GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.
GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.
Bei okulärer Anwendung:
Aufgrund der relativ hohen Konzentrationen im Blut ist das Risiko von Nebenwirkungen bei (jüngeren) Kindern größer. [SmPC Timolol]
Bei transdermaler Anwendung:
Atemnot und Schlaflosigkeit [Tawfik et al. 2015], Schlafstörungen [Chakkittakandiyil et al. 2012; Xia et al. 2025], Atemwegsprobleme, lokale Hautreizungen (Schuppenbildung, Erytheme, Juckreiz) und bleibende Hautveränderungen [Xia et al. 2025; Püttgen et al. 2016]. Es ist zu beachten, dass die Studie von Xia (2025) während der COVID-19-Pandemie durchgeführt wurde, was möglicherweise zu den berichteten Atemwegsproblemen beigetragen hat.
Häufig (1-10 %): Kopfschmerzen, Schwindel, Gedächtnisverlust, Erhöhung der Anzeichen und Symptome einer Myasthenia Gravis, Parästhesien, Apoplexie, zerebrale Ischämie, Anzeichen und Symptome einer Augenreizung
Gelegentlich (0,1-1 %): Depression, Synkope, Sehstörungen, einschließlich refraktiver Veränderungen (in einigen Fällen aufgrund des Absetzens von Miotika), Bradykardie, Dyspnoe, Nausea, Dyspepsie, Asthenie, Müdigkeit
Selten (0,01-0,1 %): Anzeichen und Symptome allergischer Reaktionen (einschließlich Anaphylaxie, Angioödem, Urtikaria, lokalisierter und generalisierter Hautausschlag), Schlaflosigkeit, Alpträume, verminderte Libido, Gedächtnisverlust, Erhöhung der Anzeichen und Symptome einer Myasthenia Gravis, Parästhesien, Apoplexie, zerebrale Ischämie, Diplopie, Ptosis und Aderhautablösung nach Filtrationschirurgie, Tinnitus, Herzrhythmusstörungen, Herzblock, Herzinsuffizienz, Herzklopfen, Herzstillstand, Hypotonie, Claudicatio, Raynaud-Phänomen, Bronchospasmus (vor allem bei Patienten mit einer vorbestehenden bronchospastischen Erkrankung), Ateminsuffizienz, Husten, Diarrhö, Mundtrockenheit, Alopezie, psoriasiformer Hautausschlag oder Verschlechterung von Psoriasis, systemischer Lupus Erythematodes, Induratio penis plastica, Ödeme, kalte Hände und Füße, Schmerzen in der Brust
Häufigkeit nicht bekannt: Halluzination
Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
Haben Sie den Verdacht auf eine Nebenwirkung?
Die Meldung ist sehr wichtig, um das Nutzen-Risiko-Verhältnis eines Arzneimittels ständig zu überwachen. Das gilt besonders, wenn Medikamente bei Kindern außerhalb der zugelassenen Anwendung (off-label) eingesetzt werden.
Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
Bei okulärer Anwendung:
Bei transdermaler Anwendung:
Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.
Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.
In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.
| Parasympathomimetika | ||
|---|---|---|
|
Pilomann®, Spersacarpin®
|
S01EB01 | |
| Carboanhydrasehemmer | ||
|---|---|---|
|
Acemit®, Glaupax®
|
S01EC01 | |
| Prostaglandin-Analoga** | ||
|---|---|---|
|
Xalatan®
|
S01EE01 | |
| GLAUKOMMITTEL UND MIOTIKA | ||
|---|---|---|
|
Acemit®, Glaupax®
|
S01EC01 | |
|
Xalatan®
|
S01EE01 | |
|
Pilomann®, Spersacarpin®
|
S01EB01 | |