Metoclopramid

Wirkstoff
Metoclopramid
Handelsname
MCP®, Paspertin®
ATC-Code
A03FA01

Zulassung
Dosierungsempfehlungen

Präparate
Pharmakodynamik und -kinetik
Nierenfunktionsstörungen
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Metoclopramid ist ein zentraler Dopamin2- und Serotonin3-Antagonist. Ferner zeigt es einen peripheren Serotonin4-Agonismus. Zwei Hauptwirkungen können unterschieden werden: 1. ein antiemetischer Effekt und 2. eine beschleunigte Magenentleerung und Dünndarmpassage. Die antiemetische Wirkung wird über einen zentralen Angriffspunkt am Hirnstamm (Chemorezeptoren - Triggerzone des Brechzentrums), durch eine Hemmung dopaminerger Neurone sowie einer Hemmung von Serotonin3-Rezeptoren vermittelt. Die Motilitätssteigerung wird zum Teil ebenfalls von übergeordneten Zentren gesteuert, gleichzeitig spielt aber auch ein peripherer Wirkungsmechanismus über eine Aktivierung von Serotonin4-Rezeptoren und möglicherweise eine Hemmung dopaminerger Rezeptoren des Magens und Dünndarms eine Rolle. Über den Serotonin4-Agonismus sowie über den peripheren Dopamin2-Antagonismus werden indirekte cholinerge Eigenschaften an der Magen Darm-Wand entfaltet.

Pharmakokinetik bei Kindern

Die Pharmakokinetik von Metoclopramid bei Kindern (7-14 Jahre, N=9) ist mit der von Erwachsenen vergleichbar ist. Es gehen folgende pharmakokinetische Parameter für Kinder hervor: (Mittelwert ± SEM (Standardfehler)):

T1/2 [h] 4,4 ± 0.56
Vd [L/kg] 3,0 ± 0,38
Cl [L/h/kg] 0,56 ± 0,10

[Bateman et al.]

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Starke Übelkeit und Erbrechen, deren Ursache bekannt ist und bei denen die Behandlung mit anderen Mitteln nicht ausreichend wirksam ist 
    • oral
      • ≥1 Jahr bis <18 Jahre: off-label (Vorbeugung von CINV als Sekundäroption: zugelassen)
    • intravenös
      • ≥1 Jahr bis <18 Jahre: off-label (Vorbeugung von CINV / Behandlung von PONV als Sekundäroption: zugelassen)

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Oral zur Vorbeugung von nach Chemotherapie verzögert auftretender Übelkeit und verzögert auftretendem Erbrechen (CINV) als Sekundäroption.

Kinder unter 1 Jahr:
Metoclopramid ist bei Kindern unter 1 Jahr kontraindiziert.

Kinder und Jugendliche im Alter von 1 bis 18 Jahren:
Die empfohlene Dosis betragt 0,1 bis 0,15 mg/kg Körpergewicht und kann bis zu dreimal täglich eingenommen werden. Die maximale Dosis innerhalb von 24 Stunden beträgt 0,5 mg/kg Körpergewicht.
Die maximale Therapiedauer zur Vorbeugung von nach Chemotherapie verzögert auftretender Übelkeit und verzögert auftretendem Erbrechen (CINV) beträgt 5 Tage.

Dosierungstabelle:

 Alter  Körpergewicht  Dosierung  Volumen [1mg/ml] Häufigkeit
1-3 Jahre       10-14 kg 1 mg 1 ml Bis zu dreimal täglich
3-5 Jahre 15-19 kg 2 mg 2 ml Bis zu dreimal täglich
5-9 Jahre 20-29 kg 2,5 mg  2,5 ml Bis zu dreimal täglich
 
9-18 Jahre 30-60 kg 5 mg  5 ml Bis zu dreimal täglich
 
15-18 Jahre >60 kg 10 mg  10 ml Bis zu dreimal täglich
 

[Ref.]

Intravenös zur Vorbeugung von nach Chemotherapie verzögert auftretender Übelkeit und verzögert auftretendem Erbrechen (CINV) als Sekundäroption / Behandlung von etablierter Übelkeit und etabliertem Erbrechen nach Operationen (PONV) als Sekundäroption.

Kinder und Jugendliche im Alter von 1 bis 18 Jahren:
Die empfohlene Dosis beträgt 0,1 bis 0,15 mg/kg Körpergewicht und kann bis zu dreimal täglich als intravenöse Darreichung gegeben werden.
Die maximale Dosis innerhalb von 24 Stunden beträgt 0,5 mg/kg Körpergewicht.
Die maximale Therapiedauer für die Behandlung von etablierter Übelkeit und etabliertem Erbrechen nach Operationen (PONV) beträgt 48 Stunden.
Die maximale Therapiedauer zur Vorbeugung von nach Chemotherapie verzögert auftretender Übelkeit und verzögert auftretendem Erbrechen
(CINV) beträgt 5 Tage.

Dosierungstabelle:

 Alter  Körpergewicht  Dosierung Häufigkeit
1-3 Jahre       10-14 kg 1 mg Bis zu dreimal täglich
3-5 Jahre 15-19 kg 2 mg Bis zu dreimal täglich
5-9 Jahre 20-29 kg 2,5 mg Bis zu dreimal täglich
 
9-18 Jahre 30-60 kg 5 mg Bis zu dreimal täglich
 
15-18 Jahre >60 kg 10 mg Bis zu dreimal täglich
 

[Ref.]

weitere zugelassene Indikationen bei Erwachsenen:
- Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen, die durch Strahlentherapie verursacht werden (RINV)
- Symptomatischen Behandlung von Übelkeit und Erbrechen, einschließlich Übelkeit und Erbrechen, die durch akute Migräne hervorgerufen werden

[Ref.]

Präparate im Handel

Lösung zum Einnehmen 1 mg/mL
Tabletten 10 mg
Filmtabletten 10 mg
Injektionslösung 5 mg/mL

Die im Handel befindlichen Präparate enthalten Metoclopramid in Form von Metoclopramidhydrochlorid 1 H2O bzw. Metoclopramidhydrochlorid. Die Angabe der Wirkstoffkonzentration und Dosierung ist auf Metoclopramid, Metoclopramidhydrochlorid oder Metoclopramidhydrochlorid 1 H2O bezogen.

Umrechnung: 8,9 mg Metoclopramid ≙ 10 mg Metoclopramidhydrochlorid ≙ 10,54 mg Metoclopramidhydrochlorid 1 H2

Präparate im Handel (ausgewählte Beispiele):

Präparat Darreichungsform Stärke Applikationsweg Natriumgehalt Problematische Hilfsstoffe Anwendungshinweis Altersangabe
MCP-ratiopharm® Lösung zum Einnehmen Metoclopramid:
1 mg/mL
oral „natriumfrei“ Methyl-4-hydroxybenzoat (1,8 mg/mL)
Propyl-4-hydroxybenzoat (0,2 mg/mL)
Saccharin
Cyclamat
Einnahme vor einer Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit. Ein Abstand von mindestens 6 Stunden zwischen zwei Einnahmezeitpunkten muss eingehalten werden, selbst im Fall von Erbrechen oder Abstoßen der Dosis. ab 1 Jahr und ≥10 kg
MCP-AL Lösung zum Einnehmen Metoclopramidhydrochlorid:
1 mg/mL
oral „natriumfrei“ Methyl-4-hydroxybenzoat (1,8 mg/mL)
Propyl-4-hydroxybenzoat (0,2 mg/mL)
ab 9 Jahren und ≥30 kg (aufgrund der Graduierung des Messbechers)
MCP-ratiopharm® Tabletten Metoclopramid:
10 mgT2, M0
oral k.A. - Einnahme vor einer Mahlzeit, unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit. Ein Abstand von mindestens 6 Stunden zwischen zwei Einnahmezeitpunkten muss eingehalten werden, selbst im Fall von Erbrechen oder Abstoßen der Dosis. ab 9 Jahren und ≥30 kg
Paspertin® Filmtabletten Metoclopramidhydrochlorid:
10 mgT2, M0
oral „natriumfrei“ - ab 9 Jahren und ≥30 kg
MCP-ratiopharm® SF Injektionslösung Metoclopramidhydrochlorid 1 H2O:
5 mg/mL
intramuskulär
intravenös
„natriumfrei“ - Ein Abstand von mindestens 6 Stunden zwischen zwei Anwendungszeitpunkten muss eingehalten werden, selbst im Fall von Erbrechen oder Abstoßen der Dosis. ab 1 Jahr und ≥10 kg


T2: teilbar in zwei gleiche Dosen, M0: nicht mörserbar, k.A.: keine Angabe, „natriumfrei“: weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Einheit

Die Fachinformationen wurden am 24.06.2026 aufgerufen.

Neben den aufgeführten Präparaten befinden sich diverse weitere Fertigarzneimittel im Handel.

Lieferengpässe/weitere praktische Informationen

Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)

Dosierungsempfehlungen

CAVE
  • Art der Anwendung nicht spezifizierbar
    • 1 Jahr bis 18 Jahre
      [9]
      • Die Notwendigkeit der Verwendung von Metoclopramid bei Kindern muss gegen das Risiko extrapyramidaler Nebenwirkungen sowie der Verfügbarkeit alternativer Arzneimittel abgewogen werden. Aufgrund des Risikos extrapyramidaler Nebenwirkungen keine Verabreichung im häuslichen Setting empfohlen.

Starke Übelkeit und Erbrechen, deren Ursache bekannt ist und bei denen die Behandlung mit anderen Mitteln nicht ausreichend wirksam ist
  • Oral
    • 1 Jahr bis 18 Jahre
      [1] [3]
      • 0,3 - 0,5 mg/kg/Tag in 2 - 4 Dosen. Max: 30 mg/Tag.
      • Behandlungsdauer:

        Nur zur kurzzeitigen Verabreichung, max. 5 Tage

      • off-label (CINV: zugelassen)

  • Intravenös
    • 1 Jahr bis 18 Jahre
      [1] [2] [5] [6] [7] [8] [14]
      • 0,3 - 0,5 mg/kg/Tag in 2 - 4 Dosen. Max: 30 mg/Tag.

        Langsamer Bolus über mind. 3 min

      • Behandlungsdauer:

        Nur zur kurzzeitigen Verabreichung, max. 5 Tage

      • off-label (CINV und PONV: zugelassen)

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Anpassung bei Nierenfunktionsstörung wie angegeben:

GFR 50-80 ml/min/1.73 m2
Dosisanpassung nicht erforderlich.
GFR 30-50 ml/min/1.73 m2
50 % der normalen Dosierung
GFR 10-30 ml/min/1.73 m2
50 % der normalen Dosierung
GFR < 10 ml/min/1.73 m2
Eine allgemeine Empfehlung kann nicht gegeben werden.
Klinische Konsequenzen

Diese Empfehlung gilt für alle Darreichungsformen.

Bei reduzierter Nierenfunktion wird die Halbwertszeit von Metoclopramid verlängert. Hierdurch erhöht sich das Risiko von Nebenwirkungen: Extrapyramidale Nebenwirkungen können auftreten, bei Kindern bereits bei therapeutischen Dosen.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Extrapyramidale Symptome (akute Dystonie und Dyskinesie, Parkinsonismus, Akathisie) vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen und/oder bei hohen Dosierungen.

Schläfrigkeit, Müdigkeit, Obstipation, Diarrhoe und Spätdyskinesie. Des Weiteren wurde insbesondere bei Neugeborenen Methämoglobinämie, die mit einem NADH Cytochrom b5-Reduktasemangel verbunden sein könnte, verzeichnet.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Bei oraler und intravenöser Anwendung:

Sehr häufig (>10 %): Somnolenz

Häufig (1-10 %): Diarrhö, Asthenie, extrapyramidale Erkrankungen (besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen und/oder wenn die empfohlene Dosis überschritten wird, selbst im Anschluss an die Gabe einer einzigen Dosis des Arzneimittels), Parkinsonismus, Akathisie, Depression

Gelegentlich (0,1-1 %): Amenorrhö, Hyperprolaktinämie, Überempfindlichkeit, Dystonie (einschließlich Sehstörungen und okulogyre Krise), Dyskinesie, getrübter Bewusstseinszustand, Halluzination

Selten (0,01-0,1 %): Galaktorrhö, Krämpfe (besonders bei epileptischen Patienten), Verwirrtheitszustand

Häufigkeit nicht bekannt: Methämoglobinämie (kann in Zusammenhang mit NADH-Cytochrom-b5-Reduktase-Mangel stehen), Sulfhämoglobinämie (hauptsächlich bei gleichzeitiger Gabe hoher Dosen von Schwefel freisetzenden Arzneimitteln), Herzstillstand (der kurz nach Injektion auftritt und der nach einer Bradykardie auftreten kann), atrioventrikulärer Block, QT-Verlängerung im Elektrokardiogramm, Torsade de pointes, Herzrhythmusstörungen in Verbindung mit Tachykardie, Gynäkomastie, Spätdyskinesie (kann während oder nach längerer Behandlung besonders bei älteren Patienten auftreten und bestehen bleiben), malignes neuroleptisches Syndrom, Kopfschmerzen, Schwindel, Angst, Ruhelosigkeit, Schock, Synkope (nach Anwendung als Injektion), akute Hypertonie bei Patienten mit Phäochromozytom, vorübergehender Anstieg des Blutdrucks

Insbesondere bei intravenöser Anwendung:

Häufig (1-10 %): Hypotonie

Gelegentlich (0,1-1 %): Bradykardie

Häufigkeit nicht bekannt: Sinusknotenstillstand, anaphylaktische Reaktion (einschließlich anaphylaktischer Schock)

Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

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Haben Sie den Verdacht auf eine Nebenwirkung?

Die Meldung ist sehr wichtig, um das Nutzen-Risiko-Verhältnis eines Arzneimittels ständig zu überwachen. Das gilt besonders, wenn Medikamente bei Kindern außerhalb der zugelassenen Anwendung (off-label) eingesetzt werden.

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Kontraindikationen bei Kindern

  • Kinder <1 Jahr

[SmPC MCP-ratiopharm]

Kontraindikationen allgemein

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile
  • gastrointestinale Blutungen, mechanische Obstruktionen oder gastrointestinale Perforation, bei denen die Stimulierung der gastrointestinalen Motilität ein Risiko darstellt
  • Verdacht auf oder bestätigtes Phäochromozytom aufgrund des Risikos schwerer hypertensiver Episoden
  • Vorgeschichte neuroleptischer oder durch Metoclopramid verursachter Spätdyskinesie
  • Epilepsie (gesteigerte Anfallshäufigkeit und -stärke)
  • Morbus Parkinson, extrapyramidalmotorische Störungen
  • Kombination mit Levodopa oder dopaminergen Agonisten
  • bekannte Vorgeschichte von Methämoglobinämie mit Metoclopramid oder eines NADH-Cytochrom-b5-Reduktase-Mangels

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Bei Kindern ist Metoclopramid aufgrund des hohen Risikos extrapyramidaler Nebenwirkungen nur bei schwerer Übelkeit und Erbrechen mit bekannter Ursache angebracht, bei denen sich die Behandlung mit anderen Mitteln als nicht ausreichend wirksam erwiesen hat oder nicht möglich ist.
Es ist zu berücksichtigen, dass extrapyramidale Nebenwirkungen bei therapeutischen Dosen und bei Kindern aller Altersklassen auftreten können, auch wenn extrapyramidale Nebenwirkungen vor allem bei Kindern unter 1 Jahr verzeichnet werden. Extrapyramidale Nebenwirkungen verschwinden in der Regel nach Beendigung der Therapie vollständig. Eine symptomatische Therapie kann erforderlich sein. In Studien waren bei kurzzeitiger Anwendung extrapyramidale Nebenwirkungen von keiner klinischen Relevanz.

Ein Abstand von mindestens 6 Stunden zwischen zwei Einnahmezeitpunkten muss eingehalten werden, selbst im Fall von Erbrechen oder Abstoßen der Dosis, um eine Überdosierung zu vermeiden.

Um das Risiko einer schweren Hypotonie zu reduzieren, muss die intravenöse Verabreichung langsam erfolgen (mindestens über 3 Minuten). Bei Fieber nach oder während der Verwendung von Metoclopramid muss muss differentialdiagnostisch ein malignes neuroleptisches Syndrom berücksichtigt werden. Bei Methämoglobinämie muss die Behandlung unverzüglich und permanent gestoppt und geeignete Maßnahmen getroffen werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.

Wechselwirkungen

Interaktionspartner Grund Handlungsempfehlungen
Levodopa/dopaminerge Agonisten Levodopa oder dopaminerge Agonisten und Metoclopramid antagonisieren sich in ihrer Wirkung. Die gemeinsame Anwendung ist kontraindiziert.
Alkohol Alkohol verstärkt die sedierende Wirkung von Metoclopramid. Die gemeinsame Anwendung ist zu vermeiden.
Arzneimittel, die durch die prokinetische Wirkung von Metoclopramid beeinflusst werden Aufgrund der prokinetischen Wirkung von Metoclopramid kann sich die Resorption bestimmter Arzneimittel verändern. -
Anticholinergika und Morphinderivate Anticholinergika sowie Morphinderivate und Metoclopramid antagonisieren sich in ihrer Wirkung auf die gastrointestinale Motilität. -
Zentral dämpfend wirkende Arzneimittel Die dämpfende Wirkung dieser Arzneistoffe auf das Zentralnervensystem wird durch Metoclopramid verstärkt. -
Neuroleptika Metoclopramid kann das Auftreten von extrapyramidalen Erkrankungen bei gleichzeitiger Anwendung mit Neuroleptika begünstigen. -
Serotonerge Arzneimittel Die Anwendung von Metoclopramid mit serotonergen Arzneimitteln wie SSRIs kann das Risiko für das Auftreten eines Serotonin-Syndroms erhöhen. -
Digoxin Metoclopramid kann die Bioverfügbarkeit von Digoxin verringern. Eine sorgfältige Beobachtung der Digoxin-Plasmakonzentration ist erforderlich.
Ciclosporin Metoclopramid erhöht die Bioverfügbarkeit von Ciclosporin (Cmax um 46 % und Exposition um 22 %). Die klinische Auswirkung ist unklar. Eine sorgfältige Überwachung der Ciclosporin-Plasmakonzentration ist erforderlich.
Mivacurium und Suxamethonium Eine Metoclopramid-Injektion kann die Dauer der neuromuskulären Blockade erhöhen (durch Hemmung der Plasma-Cholinesterase). -
CYP2D6-Inhibitoren Metoclopramidspiegel können bei gleichzeitiger Anwendung mit CYP2D6-Inhibitoren wie Fluoxetin und Paroxetin ansteigen. Patienen sollten hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen beobachtet werden.

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen und einschlägigen Wechselwirkungsdatenbanken zu entnehmen.

PROKINETIKA

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Prokinetika

Domperidon

Motilium®
A03FA03
PROKINETIKA

Domperidon

Motilium®
A03FA03

Referenzen

  1. Rademaker C.M.A. et al, Geneesmiddelen-Formularium voor Kinderen [Arzneimittel-Formularium für Kinder], 2007
  2. Bateman DN, et al, Dystonic reactions and the pharmacokinetics of metoclopramide in children, Br J Clin Pharmacol, 1983, 15, 557-9
  3. Bolton CM, et al, Randomized, double-blind study comparing the efficacy of moderate-dose metoclopramide and ondansetron for the prophylactic control of postoperative vomiting in children after tonsillectomy, Br J Anaesth, 2007, 99, 699-703
  4. Domino KB, et al, Comparative efficacy and safety of ondansetron, droperidol, and metoclopramide for preventing postoperative nausea and vomiting: a meta-analysis, Anesth Analg, 1999, 88, 1370-9
  5. Roila F, et al, Optimal selection of antiemetics in children receiving cancer chemotherapy, Support Care Cancer., 1998, 6, 215-20
  6. Henzi I, et al, Metoclopramide in the prevention of postoperative nausea and vomiting: a quantitative systematic review of randomized, placebo-controlled studies, Br J Anaesth, 1999, 83, 761-71
  7. Lin DM, et al, A doubleblinded comparison of metoclopramide and droperidol for prevention of emesis following strabismus surgery, Anesthesiology, 1992, 76, 357–361
  8. Sanofi B.V., Primperan injectie 10/2 ml, oplossing voor injectie 10 mg/2 ml (RVG 05251), 03/2025, https://www.geneesmiddeleninformatiebank.nl/smpc/h05251_smpc.pdf
  9. EMA, METOCLOPRAMIDE: Rapporteur’s Public Paediatric Assessment Report for paediatric studies submitted in accordance with Article 45 of Regulation (EC) No1901/2006, as amended , www.hma.eu, Nov 2011, aufgerufen 13. März 2013, http://www.hma.eu/fileadmin/dateien/Human_Medicines/CMD_h_/Paediatric_Regulation/Assessment_Reports/Article_45_work-sharing/Metoclopramid_Art.45_PdAR_Update.pdf
  10. Mylan Healthcare GmbH, SmPC Paspertin Filmtabletten (6168.00.01), 04/2022
  11. ratiopharm GmbH, SmPC MCP-ratiopharm 10mg Tabletten (6058726.00.00), 06/2022
  12. ALIUD PHARMA® GmbH, SmPC MCP-AL 1mg/ml Lösung zum Einnehmen (93083.00.00), 06/2025
  13. ratiopharm GmbH, SmPC MCP-ratiopharm® 1 mg/ml Lösung zum Einnehmen (92719.00.00), 02/2023
  14. ratiopharm GmbH, SmPC MCP-ratiopharm SF 10 mg/2 ml Injektionslösung (3129.00.00), 11/2022

Änderungsverzeichnis

  • 06 Dezember 2022 16:37: Überprüfung und Aktualisierung der Monographie
  • 02 August 2022 16:16: Präzisierung der Zulassungsangabe (alle Anwendungen abgesehen von CINV (oral, i.v.) oder PONV (i.v.) sind off-label)
  • 05 Juli 2021 18:19: Rektale Dosierung deaktiviert, da kein rektales Präparat in Deutschland mehr im Handel
  • 09 November 2020 17:45: Neues "Cave"-Feld für den Hinweis des EPMS-Risikos bei Kindern.

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung